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Stadtsportverband Wesel: Die Qual mit der Wahl

VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 21.03.2007

Stadtsportverband Wesel: Überwältigende Mehrheit gegen den Vorschlag des Vorstandes, die Sportler des Jahres von Besuchern des Sportlerballs wählen zu lassen. Neu: Die Rheinische Post sitzt jetzt mit in der Jury.

Info

Sportlerwahl

Das Wahlgremium bei der Sportlerwahl wurde bislang vom Vorstand des Stadtsportverbandes, dem Vorsitzenden des Weseler Sportausschusses und den Fachwarten der einzelnen Sportarten gebildet. Jetzt sind auch die Sportredakteure der Rheinischen Post und NRZ dabei.

Zur Wahl können Sportler vorgeschlagen werden, die Mitglied in einem Verein sind, der dem Stadtsportverband Wesel angehört, oder ihren Wohnsitz in Wesel haben.

Der Sportlerball 2008 findet am Samstag, 12. Januar, in der Niederrheinhalle statt.

Die Weseler Sportler und Mannschaften des Jahres werden nicht beim Sportlerball gekürt. Bei der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes wurde am Montagabend mit überwältigender Mehrheit der Vorschlag des Vorstands abgelehnt, die Ball-Besucher entscheiden zu lassen, wer die Wahl gewinnt. Noch nicht einmal der Führungsriege des Verbandes stimmte geschlossen für die vom Vorsitzenden Heinz-Albert Weber vorgestellte Satzungsänderung. Nur fünf der 41 Stimmberechtigten hoben die Hand dafür. „Ich kann mit dem Ergebnis leben“, sagte Weber. Er räumte ein, dass der Vorstand schon im Vorfeld nicht geschlossen hinter dem Vorschlag gestanden habe. „Doch wir haben uns zusammengerauft.“

Kritik an Mannschafts-Wahl

Eine Änderung gibt’s bei der Sportlerwahl allerdings. Ab sofort sitzen die Sportredakteure der Weseler Tageszeitungen Rheinische Post und NRZ mit im Wahlgremium. Das wurde einstimmig beschlossen. Die Vereine zogen damit die Konsequenz aus dem auch von der RP hart kritisierten Ergebnis bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres 2006. Die hatte überraschend die TSG Balance Wesel, die „nur“ in der untersten Klasse (Latein-Landesliga) zum Titel getanzt war, und nicht die HSG Wesel, die sich mit einer bis dahin nicht dagewesenen Siegesserie die Meisterschaft in der Handball-Landesliga gesichert hatte, gewonnen.

„Geht es um die beste Leistung oder darum, wer am besten aussieht? Man sollte eigentlich meinen, dass das Gremium die Ergebnisse richtig einordnen kann“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Ulla Hornemann (SPD). Ulrich Richartz (CDU), der als Vorsitzender des Sportausschusses in der Jury sitzt, bemängelte, dass beim Treffen des Gremiums nicht über die Kandidaten gesprochen, sondern direkt abgestimmt wird. Er machte dann den Vorschlag, die Sportredakteure der Tageszeitungen mit in die Jury zu nehmen.

Keinen Fürsprecher fand bei der Diskussion der Vorschlag, die Sportler des Jahres beim Ball wählen zu lassen. Zum einen wurde befürchtet, dass sich die Veranstaltung zu sehr in die Länge ziehen würde, wenn sich die Kandidaten erst vorstellen und dann gut 600 Stimmzettel ausgezählt werden müssen. Zum anderen gab’s die Sorge, dass nur noch Sportler der Vereine, denen es gelingt, viele Mitglieder zum Ball-Besuch zu mobilisieren, die Wahl gewinnen würden.

„Vorstand will sich drücken“

„Es ist keine gerechte Wahl mehr, wenn nur Quantität zählt und nicht Qualität“, sagte Dieter Schneider (Sportschützen Diersfordt). Hans-Günther Egerlandt (Weseler TV) warf dem Vorstand vor, sich davor „drücken zu wollen“, die Entscheidung zu treffen, wer Sportler des Jahres wird. Er rechnete zudem damit, dass eine Wahl beim Ball Besucher kosten würde. „Wenn sie sich in einer umständlichen Prozedur ergießen, dann kriegen sie den Sportlerball schnell wieder dahin, wo er einmal war – in den Parkettsaal der Niederrheinhalle.“

Quelle: RP

 
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