Fußball: Dirr verlässt SV Schermbeck nach elf Jahren
zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Fußball (RP). Er war nicht nur wegen seiner bunten Trikots jahrelang eine Art Kult-Torwart beim SV Schermbeck. Oliver Dirr hatte auch mit ausgezeichneten Leistungen großen Anteil am Aufstieg des Teams bis in die fünfthöchste Fußball-Klasse.
Von 2001 bis 2007 stand der 42-Jährige im Tor des SVS, ehe er sich wegen eines Knorpelschadens im Knie aus der ersten Mannschaft verabschieden musste. Seit 2008 ist er Coach des zweiten Teams. Jetzt verlässt Dirr den SVS und wird in der neuen Saison Trainer des Bezirksligisten Rhenania Bottrop. RP-Sportredakteur Joachim Schwenk sprach mit ihm.
Warum haben Sie den Vertrag als Trainer der zweiten Mannschaft nicht verlängert?
Dirr Ich habe mir in der Winterpause einige Gedanken gemacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich eine Luftveränderung brauche. Nach elf Jahren ist meiner Ansicht nach der Zeitpunkt gekommen, einen Schlussstrich beim SV Schermbeck zu ziehen, um einen Neuanfang zu starten.
Und was machen Sie in der neuen Saison?
Dirr Ich werde Trainer beim Bezirksligisten Rhenania Bottrop, der mittelfristig in die Landesliga aufsteigen will. Das ist eine reizvolle Aufgabe, auch wenn ich dort jetzt unter Druck stehe, weil ich Erfolge abliefern muss. Da war die Arbeit als Trainer der zweiten Mannschaft des SV Schermbeck sicherlich etwas entspannter. Sie hat mir viel Spaß gemacht.
Sie gehen also auch mit einem weinenden Auge?
Dirr Auf jeden Fall. Ich hatte meine erfolgreichste Zeit als Spieler beim SV Schermbeck. In den elf Jahren sind viele Freundschaften entstanden. Der Verein war für mich immer wie eine Familie. Ich muss mich beim Vorstand des SVS und Coach Martin Stroetzel auch bedanken. Sie haben mir nach meinem abrupten Karriereende als Spieler die Chance gegeben, eine neue Laufbahn als Trainer zu starten.
Wie kam der Kontakt zu Rhenania Bottrop zustande?
Dirr Ein ehemaliger Akteur von mir hat gefragt, ob ich Interesse an einem Wechsel habe. Dann ging bei den Verhandlungen mit der Rhenania alles ganz schnell. Ich werde in Kevin Lachs und Thiemo Kersting eventuell zwei Akteure meines derzeitgen Teams mitnehmen. Sie haben Interesse, in der Bezirksliga zu spielen und können das auch.
Was war Ihr schönster Moment beim SV Schermbeck?
Dirr Ganz klar die beiden Aufstiege mit in die Oberliga – das waren tolle Erfolge.
Und Ihr bitterster Moment?
Dirr Der Fehlgriff beim Abstiegs-Endspiel 2006 in Rheine, der unsere 1:2-Niederlage eingeleitet hat, durch die der Abstieg in die Verbandsliga besiegelt wurde. Danach wollte ich die Handschuhe an den Nagel hängen. Ich habe nach dem Spiel meine damals zweieinhalb Jahre alte Tochter Shalina auf den Arm genommen und an ihrer Schulter Rotz und Wasser geheult. Als ich bei der Rückkehr in Schermbeck dann im Vereinslokal von den Fans trotz meines Fehlers gefeiert wurde, stand mein Entschluss fest, dass ich meine Laufbahn als Spieler auf jeden Fall beim SVS beenden werde. Und wir haben dann ja auch direkt die Rückkehr in die Oberliga geschafft.
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