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Fußball: Ein herber Dämpfer

VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 18.08.2009

Der PSV Wesel kann sich die 0:5-Schlappe zum Auftakt beim SV Sonsbeck noch nicht so richtig erklären. "Die Spieler wissen jetzt hoffentlich, dass sie in der Landesliga kratzen und beißen müssen", sagt Trainer Franz Raschid.

Kadir Güzel (am Ball) war wie seine Mitspieler bei der derben Pleite in Sonsbeck meilenweit von seiner Normalform entfernt. "Es steckte einfach der Wurm drin", sagt der Mittelfeldakteur.  Foto: RPO
Kadir Güzel (am Ball) war wie seine Mitspieler bei der derben Pleite in Sonsbeck meilenweit von seiner Normalform entfernt. "Es steckte einfach der Wurm drin", sagt der Mittelfeldakteur. Foto: RPO

Das Entsetzen war groß beim PSV Wesel nach dem desolaten Einstieg ins neue Fußball-Zeitalter. So richtig konnte sich niemand erklären, wie es möglich war, dass der Neuling bei seinem ersten Auftritt in der Landesliga beim SV Sonsbeck gleich mit 0:5 abgefertigt wurde.

"Das ist eine riesengroße Enttäuschung und ein herber Dämpfer", sagt Abteilungsleiter Holger Spychalski. Mittelfeldakteur Stefan Giesen "fehlen die Worte". Und Nebenmann Kadir Güzel stellt fest: "Das war einfach schlecht." Keine Frage: Ein Teil der Euphorie, die nach dem souveränen Meisterstück in der Bezirksliga herrschte, ist bereits verflogen.

Info

Hahn operiert

Jörg Hahn, Mittelfeldspieler beim SV Sonsbeck, wurde gestern am linken Fuß operiert. Der 33-Jährige hatte sich in der Partie gegen den PSV Wesel den Knöchel gebrochen. Wadenbein und Syndesmoseband blieben unversehrt.

"Ich hatte Glück im Unglück", sagte Hahn, der noch nicht weiß, wie lange er ausfällt.

Bis zum 0:1 lief's gut

Trainer Franz Raschid war gestern schon wieder um Sachlichkeit bemüht, nachdem er am Sonntag noch "total angefressen war" nach dem Auftritt seines Personals, den er als "katastrophal" bezeichnete.

"Die Mannschaft muss erst lernen, mit der Landesliga umzugehen und ausloten, wie der Hase in dieser Klasse läuft", sagt Raschid, der auch nicht alles verdammen will. "Bis zum 0:1 lief's ja ganz gut." Doch nach dem ersten Gegentor in der 36. Minute brachen die Dämme, häuften sich die Fehler, fand der Neuling nicht im Ansatz zu seinem Spiel und kassierte am Ende selbst in Überzahl noch zwei Gegentore.

"Vielleicht war es gut, dass es so gekommen ist", meint Raschid. Zwar will der Trainer der Mannschaft nicht unterstellen, die Aufgabe in Sonsbeck nicht mit dem gebotenen Respekt angegangen zu sein. Doch vielleicht mag der eine oder andere Kicker doch gedacht haben, dass alles so spielend leicht weitergehen würde, nachdem der PSV in der vergangenen Saison in der Bezirksliga fast zum Titel spaziert war.

"Jetzt wissen die Spieler hoffentlich, dass sie in der Landesliga kratzen und beißen müssen", sagt Raschid. Kadir Güzel hat's jedenfalls erkannt. "Sonsbeck war aggressiv. Wir nicht. Das machte den Unterschied aus." Der betrug am Sonntag fünf Tore. So deutlich hat der PSV Wesel lange nicht mehr verloren. "Fünf Gegentreffer – das nagt an einem. So eine Klatsche ist auch vollkommen neu für mich", meint Güzel, seit sieben Jahren im Team.

"Wir wissen, was wir können"

Vom Ziel wollen Trainer und Spieler trotzdem keinen Deut abweichen. Sie halten weiter einen einstelligen Tabellenplatz für möglich, glauben fest daran, dass sich der PSV in der Klasse etablieren kann, in der er erstmals in seiner Geschichte aufläuft. "Die Mannschaft ist gut genug, um in der Klasse mitzuhalten", sagt Raschid. Der Neuling will es am Sonntag beweisen. Dann erwartet er im ersten Heimspiel der Saison den Verbandsliga-Absteiger SV Straelen II. "Dann wird eine andere Mannschaft auflaufen", verspricht Kadir Güzel. Auch Kapitän David Meyer bleibt Optimist. "Wir wissen, was wir können. Am Sonntag werden wir es zeigen."

Quelle: RP

 
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