Fußball: Ein Klassenunterschied
VON MICHAEL ELSING - zuletzt aktualisiert: 23.03.2009Der PSV Wesel dominiert beim Hamminkelner SV nach Belieben. Der Tabellenzweite der Fußball-Bezirksliga kommt zu einem mühelosen 4:1-Erfolg. "So leicht hatte ich mir das nicht vorgestellt", sagt PSV-Coach Franz Raschid.
Franz Raschid wird sich gefragt haben, warum er im Vorfeld der Begegnung eigentlich so viel Respekt vor dem Hamminkelner SV hatte. Denn der Trainer des Fußball-Bezirksligisten PSV Wesel verlebte wohl selten einen so entspannten Nachmittag, wie dies gestern in Hamminkeln der Fall war. Mit einem lockeren 4:1 (2:0)-Erfolg unterstrich der PSV seine Titelambitionen. Er liegt weiter vier Punkte hinter dem Spitzenreiter Borussia Bocholt zurück, der einen 9:0-Sieg gegen DJK 97 Bocholt schaffte, aber schon vier Spiele mehr ausgetragen hat. "Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, dass wir hier so klar gewinnen", sagte Raschid, der überrascht war, wie passiv der Hamminkelner SV über die komplette Spielzeit agierte.
Kadir Güzel bleibt
Kadir Güzel trägt auch in der kommenden Saison das Trikot des PSV Wesel. Der vom Landesliga-Spitzenreiter VfL Rhede umworbene Mittelfeldspieler gab dem PSV jetzt seine Zusage.
"Er ist ein wichtiger Spieler für die Mannschaft und auch für das Umfeld. Wir sind froh, dass er bleibt", sagte Trainer Franz Raschid.
Probleme im Aufbau
Es war jedoch nicht die einzige Schwäche, die der Gastgeber offenbarte. Er hatte auf holprigem Rasen erhebliche Probleme im Spielaufbau und blieb darüber hinaus auch in den meisten Zweikämpfen zweiter Sieger. So hatte der Titelkandidat nur wenig Mühe, sein Spiel in aller Ruhe aufzubauen und auf die entscheidenden Situation zu warten. Die erste kam in der 22. Minute, als Dennis Kiewitz seinen Sturmpartner Andre Vieira mustergültig bediente und der das 1:0 schoss. Sechs Minuten später lief es genau umgekehrt. Vieira legte auf Kiewitz auf, der zum 2:0 vollendete.
Schon zu diesem Zeitpunkt war das mehr als eine Vorentscheidung. Denn der PSV beherrschte den Gegner zu eindeutig. Auf der anderen Seite schien der HSV nicht an eine Überraschung zu glauben. Nach dem Wechsel änderte sich daran nichts. Bezeichnend war in der 62. Minute das 3:0 für den PSV, als Kadir Güzel, der auffälligste Akteur in Reihen des Tabellenzweiten, nahezu unbehelligt durch die HSV-Abwehr spazierte und den Ball ins Tor schob. Und auch beim 4:0 durch Eray Tuncel (67.) leistete der HSV kaum Widerstand. Das 1:4, das Ulrich Lammers (88.) erzielte, war nur Ergebniskosmetik.
"Nicht unsere Kragenweite"
"Das war eine verdiente Niederlage gegen eine Mannschaft, deren Kragenweite wir nicht besitzen. Unser Vorhaben, im Kollektiv dagegen zu halten, hat nicht funktioniert", gab HSV-Coach Philipp Mayrhauser zu. Sein Gegenüber freute sich über den souveränen Auftritt seines Teams. Raschid: "Wir verfolgen nur ein Ziel. Dafür bereiten wir uns akribisch vor und gehen motiviert, aber trotzdem locker in die Spiele."
Hamminkelner SV: Ziegler – Buttenborg, Heikapell, Götz, Heinze (46. Bothen), Burghammer, Kinder, Storm, Schneider (46. Lammers), Krause, Wittig.
PSV Wesel: Erhart – Meyer, Kirsch, Sürek, Giesen, Grimm, Pasinski (32. Sayman), Güzel (75. Juwig), Schild (59. Tuncel), Vieira, Kiewitz.
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