Fußball: Erhart sorgt für Pokal-Coup
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 29.08.2007 - 00:19Bezirksligist PSV Wesel warf Verbandsligist SC Kapellen gestern Abend mit einem 6:4-Sieg nach Elfmeterschießen aus dem Rennen. Torhüter machte Überraschung mit der letzten von gut einem halben Dutzend Glanztaten perfekt.
Die Spieler des PSV Wesel wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Das komplette Team lief gestern Abend nach dem Ende einer dramatischen Pokalpartie auf Torhüter Patrick Erhart zu und gratulierte ihm mit der Rudelbildung der erlaubten Art zu seiner Leistung. Der Keeper hatte kurz zuvor den Coup des Fußball-Bezirksligisten in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Verbandsebene gegen den SC Kapellen/Erft mit der letzten vom gut einem halben Dutzend Glanztaten perfekt gemacht. Erhart wehrte beim Elfmeterschießen den ersten Versuch des Verbandsligisten ab. Das war die Entscheidung, weil die Spieler des PSV vor knapp 300 Zuschauern vom Punkt aus keine Nerven zeigten. Daniel Schild, Stefan Giesen, Eray Tuncel, Andre Vieira und Ismet Balci verwandelten sicher: Der Außenseiter warf den zwei Klassen höher spielenden Gast mit einem 6:4 (0:0, 1:1, 1:1)-Erfolg nach Elfmeterschießen aus dem Rennen.
Pechvogel Borrmann
Timo Borrmann war der Pechvogel des PSV. Der Spieler der zweiten Mannschaft musste bei seinem ersten Einsatz im ersten Team mit Verdacht auf Armbruch ins Krankenhaus gebracht werden.
Zum ersten Mal seit seinem Kreuzbandriss im Dezember stand Carsten Bossow in der Startelf. Er zeigte mit einer starken Leistung, dass Trainer Werner Lehwald wieder auf ihn bauen kann.
Lehwald passte Verlängerung nicht
„Ich bin stolz auf die Leistung der Mannschaft“, sagte Trainer Werner Lehwald. Seine Freude über den Erfolg fiel mit Blick auf das Spitzenspiel am Sonntag gegen Tabellenführer VfB Bottrop, für das er extra Stammkräfte geschont hatte, indes verhalten aus. „Mir passt es nicht, dass wir in die Verlängerung mussten. Das hat Körner gekostet. Hoffentlich rächt sich dies gegen Bottrop nicht“, sagte Lehwald. Allerdings kann sein Personal nun mit viel Selbstvertrauen in die richtungsweisende Partie gehen. Denn der PSV Wesel deutete mit einem hervorragenden Auftritt an, dass auch in dieser Saison mit ihm im Titelrennen gerechnet werden muss.
Ein Klassenunterschied war jedenfalls nicht zu erkennen. Das lag allerdings nicht daran, dass der zwei Ligen höher spielende Favorit den Gegner unterschätzte, wie es im Pokal schon so oft geschehen ist. Der Gastgeber sorgte mit einer bemerkenswert guten Vorstellung dafür, dass sich beide Teams auf Augenhöhe begegneten. Wobei Kapellen die besseren Chancen besaß, aber oft an Erhart scheiterte.
Sehenswerte Begegnung
Der PSV ging schon vom Punkt aus in Führung. Kadir Güzel nutzte einen Elfmeter nach Foul am ausgezeichneten Eray Tuncel in der 63. Minute zum 1:0. Der Gast erzwang zehn Minuten vor Schluss der sehenswerten Begegnung auf harter, schwer zu bespielender Asche mit dem Tor zum 1:1 die Verlängerung. Dort boten sich beiden Teams gute Gelegenheiten, das Nervenspiel Elfmeterschießen zu vermeiden. Erhart wurde dann endgültig zum Held des Abends und sorgte mit seiner Parade für einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. In der zweiten Runde hat der PSV nun Anfang Oktober gegen den Gewinner der Partie VfR Fischen (Landesliga) gegen VfB Homberg (Oberliga), die heute stattfindet, Heimrecht.
PSV Wesel: Erhart - Bossow (90. Schild), Kirsch, Derr, Balci, Güzel, Giesen, Vieira, Serifi (75. Borrmann, 116. Berghaus), Kaya, Tuncel.
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