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Gebühren: Der Sport gibt auf

VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 18.03.2010

Vereine lehnen bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes mit klarer Mehrheit den Vorschlag des Vorstands ab, eine Unterschriften-Aktion gegen Nutzungsgebühren zu starten. Rothkopf ist neuer Vorsitzender.

Führungswechsel: Frank Rothkopf (links) trat als Vorsitzender die Nachfolge von Heinz-Albert Weber an, dessen Stellvertreter er bislang war. Foto: RPO

Der Sport wird sich nicht länger dagegen wehren, dass er ab 2011 zur Kasse gebeten wird, wenn er in den Hallen oder auf den Plätzen der Stadt trainiert. Die Vereine lehnten gestern Abend bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes mit überwältigender Mehrheit den Vorschlag des Vorstands ab, eine Unterschriften-Aktion gegen die Nutzungsgebühren zu starten, um weiter Druck auf die Politik auszuüben. "Ich bin überrascht, aber nicht enttäuscht von dem Ergebnis, das ich akzeptiere. Das Thema ist jetzt vom Tisch", sagte Frank Rothkopf, der eine halbe Stunde zuvor zum neuen Vorsitzenden des Verbandes gewählt worden war.

Info

Sportlerball 2011

Der Termin für den Sportlerball 2011 steht fest. Er findet am Samstag, 15. Januar, in der Niederrheinhalle statt. Heinz-Albert Weber forderte die Clubs in seinem letzten Bericht als Vorsitzender erneut zu einem besseren Besuch bei der Veranstaltung auf.

"Es fehlt weiter eine starke Beteiligung der Vereine beim Ball, den wir ja schließlich für die Sportler organisieren", sagte er.

Nur eine kurze Diskussion

Bei der kurzen Diskussion hatte es zuvor zwar aus Reihen der Clubs noch kritische Stimmen zu den Gebühren gegeben, die im Dezember im Rat von der Ampel-Koalition durchgedrückt wurden. Allerdings erklärten Vereinsvertreter auch, dass man damit leben könne. SPD-Chef Ludger Hovest betonte, dass das Bündnis für Wesel in der Sache nicht zurückrudern wird. "Der Stadtsportverband war ein eisenharter Vertreter seiner Sache – alle Achtung. Doch wir haben die schonendste Lösung gefunden, die möglich war. Dabei bleibt's", sagte Hovest. Volker Haubitz (CDU) kritisierte die Gebühren. "Dadurch wird das Ehrenamt geschwächt."

Doch der Sport will sich nicht länger wehren, weil offenbar die Überzeugung herrscht, dass die Gebühren auch mit einer Unterschriften-Aktion nicht mehr verhindert werden können. Die Vereine müssen ab 2011 entweder 2,50 Euro je Halleneinheit und Sportplatz pro Stunde oder eine "Kopfpauschale" von monatlich einem Euro pro erwachsenes aktives Mitglied zahlen.

Keine Überraschung gab's für den Vorstand des Stadtsportverbandes bei den Wahlen. Die von ihm vorgeschlagenen Kandidaten erhielten alle einstimmig das Vertrauen. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Frank Rothkopf ist neuer Chef des Verbandes. Er löste Heinz-Albert Weber ab, der sich nach sechseinhalb Jahren an der Spitze nicht mehr zur Wahl stellte. Rothkopfs Amt übernahm Walter Großmann, der bislang Sportlicher Leiter war. Sein Nachfolger wurde Detlef Hooymann. Stellvertretender Sportlicher Leiter ist Werner Koleiski. Er übernahm das Amt von Dieter Kloß, der aus privaten Gründen aufhörte. Kerstin Ulbrich löste Inge Erwied als Geschäftsführerin ab. Jugendwart Heinz-Gerd Külkens wurde in seinem Amt bestätigt.

Ehrenmitglieder im Vorstand

Heinz-Albert Weber, der auch achteinhalb Jahre als stellvertretender Vorsitzender arbeitete, und Inge Erwied, die 27 Jahre lang Geschäftsführerin war, wurden von der Versammlung zu Ehrenmitgliedern des Vorstands ernannt. Sie erhielten zudem die Goldene Nadel des Verbandes. Dieter Kloß wurde für sein Engagement mit der Bronzenen Nadel ausgezeichnet.

Quelle: RP

 
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