Badminton: Matulat hofft auf Wild Card
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Der BV Wesel Rot-Weiß richtet ab Freitag zum sechsten Mal die Deutsche Jugend-Meisterschaft im Badminton aus. Für Lokalmatador Jan-Felix Matulat besteht noch eine kleine Chance, bei den Titelkämpfen dabei zu sein.
Die DM in Zahlen
Bei den Titelkämpfen in der Rundsporthalle sind 220 Teilnehmer am Start. In den Altersklassen U 15, U 17 und U 19 werden jeweils in fünf Disziplinen die Meister ermittelt.
290 Spiele werden bei den Titelkämpfen, die am Freitag um 15.30 Uhr und am Samstag sowie Sonntag jeweils um 9 Uhr beginnen, auf acht Feldern ausgetragen.
Bei der DM werden mehr als 1000 Federbälle verschlissen. Gut 100 Helfer des BV Wesel sind bei der Organisation eingespannt.
Jan-Felix Matulat hatte sich eigentlich darauf eingestellt, bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft im Badminton, die der BV Wesel Rot-Weiß von Freitag bis Sonntag in der Rundsporthalle ausrichtet, "nur" wertvolle Helferdienste bei der Organisation zu leisten. Jetzt kann sich das Talent des Clubs, das vor kurzem Westdeutscher Meister in der Altersklasse U 13 wurde, noch eine klitzekleine Hoffnung machen, vielleicht doch bei den Titelkämpfen starten zu können. Der Badminton-Landesverband hat Matulat jedenfalls den Tipp gegeben, seine Sportsachen mit in die Halle zu nehmen, um vielleicht sein DM-Debüt geben zu können.
Der Weseler ist zwar nicht für die große Badminton-Talentshow qualifiziert, in der es in den Altersklassen U 15, U 17 und U 19 um Titelehren geht. Doch in den letzten Jahren wurde bei den Meisterschaften immer wieder mal kurzfristig ein Platz im Teilnehmerfeld frei, weil Spieler nicht anreisten oder kurzfristig verletzt passen mussten. Matulat könnte davon profitieren und mit einer Wild Card ins Feld rutschen. Die wird dem Ausrichter in der Regel zugestanden, wenn er Talente hat, die gut genug sind, um sich bei der DM passabel zu verkaufen.
Zum sechsten Mal in Wesel
Der BV Wesel kann also noch hoffen, dass es nicht zu einer Premiere kommt, wenn er die Deutsche Meisterschaft bereits zum sechsten Mal ausrichtet. Wesels erfolgreichster Sportverein war bislang immer mit wenigstens einem Teilnehmer vertreten, wenn er die Großveranstaltung organisiert hat. "Vielleicht klappt's ja auch diesmal noch", sagt Turnierleiter Holger Schmidt, Sportwart des Vereins.
Schon seit neun Monaten ist das Organisations-Team mit der Vorbereitung der Titelkämpfe beschäftigt. Eine wichtige Rolle spielte dabei eine etwa eineinhalb Seiten lange Liste mit einigen Notizen. Die hatte der BV vor vier Jahren angefertigt, als er letztmals Gastgeber der DM war. "Wir haben damals alles aufgeschrieben, was unserer Meinung nach verbessert werden könnte. Diese Liste haben wir jetzt abgearbeitet. Schließlich wollen wir als Ausrichter immer besser werden", sagt Schmidt. Den hohen Ansprüchen des Verbandes genügte der BV aber allemal. Schließlich wurde er 2006 schon während des Turniers gefragt, ob die Deutsche Meisterschaft nicht auch 2007 in Wesel stattfinden kann. Der Verein lehnte dankend ab, weil er die Belastung für seine ehrenamtlichen Helfer in Grenzen halten wollte. "Doch wir sind natürlich bereit, die Titelkämpfe alle drei oder vier Jahre zu veranstalten", sagt Schmidt.
Wichtige Einnahmequelle
Schließlich lohnt sich der große Aufwand finanziell für den Verein. Die Einnahmen der Titelkämpfe helfen dabei, auch in den nächsten Jahren kostendeckend arbeiten zu können. Das wird bekanntlich nicht leichter, weil die Stadt vom BV Rot-Weiß ab 2011 einen vierstelligen Betrag dafür verlangt, dass er in Wesels Sporthallen trainieren kann.
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