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Triathlon: Mit dem Traumlos nach Hawaii

VON DANIEL BRODHUHN - zuletzt aktualisiert: 06.10.2010

Der Schermbecker Dirk Zerressen (Rapid Ramirez) ist beim härtesten Triathlon der Welt dabei – dem Ironman auf Hawaii. Den Startplatz gewann er bei einer Lotterie im Internet. "Ich konnte es zuerst nicht fassen", sagt er.

Dirk Zerressen war 2006 auf Hawaii schon einmal als Zuschauer dabei. Foto: RPO
Dirk Zerressen war 2006 auf Hawaii schon einmal als Zuschauer dabei. Foto: RPO

Der Ironman auf Hawaii – für viele Hobby-Triathleten ist es ein Traum, einmal daran teilzunehmen. Doch für die meisten bleibt es ein Traum. Der Wettkampf auf der amerikanischen Ferieninsel ist schließlich nicht irgendein Triathlon – es ist der härteste der Welt.

Nur die besten Triathleten, die sich im Laufe des Jahres bei offiziellen Ironman-Veranstaltungen weltweit qualifiziert haben, dürfen in Kailua-Kona auf der Insel Big Island starten. Der Schermbecker Dirk Zerressen (Rapid Ramirez) ist am Samstag dabei und kann sein Glück kaum fassen.

50 Plätze für den Rest der Welt

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Das Zeitlimit

Trotz der in dieser Saison erworbenen Wettkampfhärte hat Dirk Zerressen für den Ironman auf Hawaii nur ein Ziel: rechtzeitig das Ziel zu erreichen, um ein Finisher-Shirt zu erhalten. "Ich will ankommen. Das Zeitlimit liegt bei 17 Stunden. Wenn ich es in 16 Stunden, 59 Minuten und 59 Sekunden schaffe, wäre ich glücklich", sagte Zerressen.

Amerika wäre nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wenn es nicht noch eine Hintertür für die Sportler gäbe, die nicht zu den besten Dreikämpfern der Welt gehören. Die Organisatoren haben eine Startplatz-Lotterie eingeführt. In jedem Jahr verlost der Veranstalter 200 Plätze für die Sportler, die sich von der Zeit her nicht qualifiziert haben. 150 Plätze sind für US-Bürger reserviert – der Rest wird in der ganzen Welt verlost.

Eines dieser Tickets hat Dirk Zerressen ergattert. "Ich konnte mein Glück zuerst überhaupt nicht fassen", erzählt Zerressen. Er war bei der Arbeit, als die Gewinner im weltweiten Netz bekanntgegeben wurden. Den Moment, als er seinen Namen auf der Liste der Glücklichen erspähte, wird er wohl nie vergessen. "Ich war eine gefühlte halbe Stunde abwesend und nicht mehr ansprechbar", so Zerressen.

Vor vier Jahren hat sich der Triathlet von Rapid Ramirez mit dem Hawaii-Virus infiziert. Damals hatte Zerressen einige Freunde bei ihrem Start beim Ironman begleitet. "Seitdem ist es mein Traum gewesen, eines Tages auch mal dabei zu sein", sagt Zerressen. Seinen ersten Ironman lief der Schermbecker 2008 in Österreich. Das Ziel Hawaii verlor er nie aus den Augen.

"Mir war aber schnell klar, dass ich es auf sportlichem Weg nicht schaffen würde. Aber genau, wie man sonst Lotto spielt, habe ich gedacht, ich probiere es einfach bei der Startplatz-Lotterie. Vielleicht klappt es ja." Es hat geklappt.

Dirk Zerressen, der in diesem Jahr bereits mehr als 1000 Wettkampf-Kilometer nur bei Triathlon-Veranstaltungen absolviert hat, ist schon seit einigen Tagen auf Hawaii, um sich an das Klima zu gewöhnen. Die Reisekosten, die der Schermbecker – wie alle anderen Teilnehmer auch – selbst tragen muss, weil's bei der Lotterie halt nur den Startplatz gibt, waren nicht das einzige Hindernis auf dem Weg zur Erfüllung des großen Traums.

Jeder Teilnehmer auf Hawaii muss im Vorfeld bei einem Wettbewerb über die halbe Ironman-Distanz ins Ziel kommen – als Fitness-Nachweis. Zerressen startete in Antwerpen und bewältigte die Distanz in 6:37,59 Stunden. Damit war er endgültig für Hawaii qualifiziert.

Radfahren durch die Lavawüste

Ihn erwarten am Samstag 3,8 Kilometer Schwimmen durch den Pazifik, 180 Kilometer Radfahren in der Gluthitze der Lavawüste sowie ein 42 Kilometer langer Lauf-Marathon bei 35 Grad. "Der Respekt ist riesengroß. Aber auf diesen Tag habe ich gewartet." Für Dirk Zerressen ist ein Traum wahr geworden – mit einem Traumlos.

Quelle: RP

 
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