Fußball: Rollentausch
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 21.02.2007In den letzten Jahren war BW Wesel Top-Favorit auf den Titel in der Bezirksliga und scheiterte. Diesmal ist das Team nur Außenseiter, hat aber das Zeug, der lachende Dritte im Kampf um den Aufstieg zu sein.
BW Wesel ist die Rolle los, die das Team in den vergangenen Spielzeiten ohne Erfolg bekleidet hat. Da galt die Mannschaft stets als der große Titelanwärter in der Fußball-Bezirksliga und schaffte es lediglich, sich den Ruf zu erwerben, der ewige Zweite zu sein. Jetzt mischt BW Wesel zwar wieder vorne mit und darf sich bei einem Rückstand von nur vier Punkten auf Spitzenreiter PSV Wesel erneut berechtigte Hoffnungen auf die Meisterschaft machen. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Zebras diesmal die Rolle des Außenseiters einnehmen, weil der PSV Wesel und der SuS Dinslaken als die Top-Favoriten angesehen werden.
Die Zebras fühlen sich in dieser Ausgangsposition pudelwohl. „Es ist ein Vorteil für uns, dass wir diesmal nicht der große Favorit sind. Das nimmt viel Druck von der Mannschaft“, sagt Trainer Telat Cakmaz. Die Konkurrenz sollte allerdings nicht den Fehler begehen, die Titelrechnung ohne BW Wesel zu machen. Denn es bestehen entscheidende Unterschiede zu den vergangenen Spielzeiten, in denen die Zebras das große Ziel, den Aufstieg in die Landesliga, verpassten.
Die Zebras in Zahlen
Längste Erfolgsserie: 6 Spiele ohne Niederlage (5 Siege, 1 Unentschieden, 17:6-Tore). Längste Negativserie: 3 Spiele (3 Niederlagen, 3:7-Tore). Höchster Sieg: 8:0 gegen den Weseler SV. Höchste Niederlage: 1:3 beim PSV Wesel.
Heimbilanz: 19 Punkte, 20:7-Tore (6 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage).
Auswärtsbilanz: 18 Punkte, 20:11-Tore (6 Siege, 3 Niederlagen).
Beste Torschützen: Cafer Isik (8), Maik Pagojus (8), Markus Hoppenreis (6).
Das Umfeld ist ruhiger geworden
Das fängt damit an, dass es nicht das übliche Gepolter gab, als die Mannschaft im Herbst zum ersten Mal überhaupt in der Bezirksliga drei Spiele in Folge verlor. In den vergangenen Jahren hätte dies noch unter anderem eine unerquickliche Trainer-Diskussion zur Folge gehabt. Diesmal wurde vom Vorstand nicht einmal ansatzweise am Stuhl von Cakmaz gesägt, der so fest im Sattel sitzt, wie lange kein Coach bei BW Wesel mehr. Das Umfeld bei den Zebras, das in den letzten Jahren auch einigen Schaden angerichtet hat, ist merklich ruhiger geworden. Das zahlt sich aus.
Das geht damit weiter, dass der Tabellendritte gerade in den letzten Partien Tugenden zeigte, die lange schmerzlich vermisst wurden. Da stand plötzlich eine Mannschaft auf dem Feld, die sich als Einheit präsentierte. Und nicht wie in den Spielzeiten zuvor als ein Haufen von Solisten, mit dem man zwar den einen oder anderen Schönheitspreis für besonders gefällige Darbietungen auf den Platz gewinnen konnte, aber beileibe keine Meisterschaft. Jetzt wird Fußball gearbeitet auf dem Rasen. Deshalb schaffte der Bezirksligist mit vier Siegen in Folge den Anschluss ans Führungsduo wieder und darf jetzt hoffen, der lachende Dritte zu sein.
Spitzenspiel am Sonntag
Schließlich haben die Zebras der Konkurrenz auf den Plätzen vor ihnen eines voraus. Sie müssen im Gegensatz zum PSV Wesel (Carsten Bossow, Dominik Schüring) und dem SuS Dinslaken (Thomas Giesen, Dennis Steininger) nicht auf wertvolles Personal verzichten, wenn das Rennen um die Meisterschaft am Sonntag fortgesetzt wird. Und sie haben in Verteidiger Kadir Piricek, der früher für den Weseler SV in der Landesliga spielte, noch eine Verstärkung für den Mannschaftsteil verpflichtet, wo es Bedarf an personeller Nachbesserung gab. Gründe genug, die Zebras auf der Rechnung zu haben. Sie wollen am Sonntag beweisen, dass sie das Zeug zum Titel haben. Dann tritt der SuS Dinslaken zum Spitzenspiel im Lippestadion an.
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