Fußball: SVS wie ein Absteiger
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 07.12.2009Der Vorletzte der Fußball-NRW-Liga ist beim 0:4 bei Fortuna Köln absolut chancenlos. Jetzt müssen aus den letzten beiden Spielen des Jahres zwei Siege her – sonst ist der Zug in Richtung Klassenerhalt schon früh abgefahren.
Mittwoch im Pokal
Der SV Schermbeck hat nicht lange Zeit, seine Wunden zu lecken. Bereits am Mittwoch steht die nächste Partie an. Dann tritt er um 19.30 Uhr im Achtelfinale des Verbandspokals beim Liga-Rivalen SG Wattenscheid 09 an.
Gefährdet ist die Partie nicht. Sie soll auf Kunstrasen ausgetragen werden.
Der SV Schermbeck befindet sich nach einem kurzen Zwischenhoch wieder im freien Fall Richtung Westfalenliga. Der Vorletzte der Fußball-NRW-Liga war gestern bei der 0:4 (0:2)-Niederlage bei Fortuna Köln absolut chancenlos. Er hatte dabei das große Glück, dass der einstige Pokal-Finalist es offensichtlich nicht darauf anlegte, den Abstiegskandidaten richtig zu demontieren. Ansonsten hätte es den SVS, der eine Woche zuvor gegen Arminia Bielefeld II schon fünf Gegentore eingeschenkt bekommen hatte, wohl noch ärger erwischt. "Der Gegner war zwei Klassen besser. Wir hatten nicht den Hauch einer Chance", sagte der Schermbecker Co-Trainer Dirk Cholewinski.
Die Mannschaft präsentierte sich gestern von der ersten Minute an wie ein Absteiger. Sie offenbarte dabei wie schon so oft gravierende Fehler in der Defensive, die Fortuna Köln zu frühen Treffern in der achten und 19. Minute nutzte. Lukas Fronczyk, der im Tor den Vorzug vor Stephan Schröder, der zuletzt schwer gepatzt hatte, bekommen hatte, war chancenlos. Der Gastgeber nahm dann direkt nach dem Wechsel alle Spannung aus dem Spiel, als er mit einem Doppelschlag in der 47. und 51. Minute auf 4:0 erhöhte. Anschließend begnügte er sich damit, den Gegner und das Spiel zu kontrollieren. "Wir haben Glück gehabt, dass die Fortuna nach dem 4:0 einen Gang zurückgeschaltet hat. Sonst hätten wie sieben oder acht Tore kassiert", sagte Cholewinski. Übrigens: Der Kölner Keeper wurde vom SVS in der 80. Minute erstmals geprüft.
Jetzt müssen zwei Siege her
Die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist schon jetzt bei einem Rückstand von neun Punkten zum rettenden Ufer fast auf den Nullpunkt gesunken. Der SV Schermbeck steht somit in den beiden letzten Partien des Jahres gegen den MSV Duisburg II und die TSG Sprockhövel unter Zugzwang. Er muss beide Partien gewinnen. Ansonsten kann er schon in der Winterpause damit beginnen, Plan B für den Abstieg in die Westfalenliga in die Tat umzusetzen. Der liegt schon lange in der Schublade. Die Verantwortlichen haben dabei signalisiert, dass sie sich über den Jahreswechsel nach neuen Akteuren umsehen wollen. Gesucht werden junge Spieler mit Perspektive, um eine Klasse tiefer ein neues Team aufzubauen.
Überall akuter Handlungsbedarf
Dabei besteht in allen Mannschaftsteilen akuter Handlungsbedarf. Die Abwehr ist seit Saisonbeginn der große Schwachpunkt. Im Mittelfeld fehlt's an Kreativität und Ballsicherheit. Und in Seyit Ersoy steht nur ein Stürmer im Kader, der den Ansprüchen für die NRW-Liga genügt. Das tut das gesamte Team derzeit nicht annähernd.
SV Schermbeck: Fronczyk - Hahn, Turhal, Djuliman, Zepanski, Lachs, Siebert, Turgut (55. Köse), Woberschal (55. Kiral), Lupitu, Ersoy (75. Winkels).
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