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Fußball: Was fehlt, sind die Punkte

VON MICHAEL ELSING - zuletzt aktualisiert: 15.11.2007

Der Weseler SV hat sich von der Skandalnudel wieder zu einem ganz normalen Fußballverein entwickelt. Trotzdem droht sportlich der erneute Absturz. Denn das neu formierte Team steht in der Kreisliga A auf einem Abstiegsplatz.

Das Spiel des Weseler SV ist zu sehr auf seine Leistungsträger zugeschnitten. Wenn Akteure wie Pascal Tepass – hier bei einem akrobatischen Fallrückzieher – nicht ihren besten Tag erwischen, leidet die Qualität automatisch.  Foto: RPO
Das Spiel des Weseler SV ist zu sehr auf seine Leistungsträger zugeschnitten. Wenn Akteure wie Pascal Tepass – hier bei einem akrobatischen Fallrückzieher – nicht ihren besten Tag erwischen, leidet die Qualität automatisch. Foto: RPO

Es ist ruhig geworden um den Weseler SV. Den Verantwortlichen und Anhängern des Traditionsvereins wird dies auch wohl ganz recht sein, nachdem der Club in den vergangenen Jahren einen Skandal an den anderen reihte. Die sportliche Situation für den Fußball-A-Kreisligisten ist nach dem Abstieg aus der Bezirksliga zwar alles andere als entspannend. Aber das Umfeld bleibt ruhig. Der neu formierten Mannschaft um Trainer Oliver Gramm wird die Zeit eingeräumt, die nötig ist, um das einstige Flaggschiff des Weseler Fußballs wieder flott zu machen.

Bei ungünstigem Verlauf könnte das allerdings bedeuten, dass sich der Spielverein in der kommenden Saison in der Kreisliga B wiederfindet. Doch noch ist es nicht so weit und Gramm hofft inständig, dass er mit seinen Schützlingen den Klassenerhalt schafft. Es war und ist keine leichte Aufgabe, der sich Gramm da gestellt hat. Denn er musste nahezu ein komplett neues Team auf die Beine stellen. Aus der Abstiegs-Mannschaft blieb kaum ein Akteur übrig.

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Sorgenkind Angriff

Beim Weseler SV hapert es vor allem im Abschluss. Lediglich Schlusslicht DJK 97 Bocholt II hat mit zehn Treffern noch weniger Tore erzielt als der WSV (14).

„Wenn Pascal Tepass oder Michael Tyrann nicht treffen, haben wir keine anderen Spieler, die dann in die Bresche springen“, sagte Trainer Oliver Gramm.

Trainingsbeteiligung stimmt

Und deshalb darf der Coach das bisher Erreichte durchaus als Erfolg werten. „15 bis 16 Spieler kommen regelmäßig zu den Trainingseinheiten. Und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist fantastisch“, erzählt Gramm, der auch mit den Leistungen auf dem Platz nicht unzufrieden ist. „Wir spielen nicht schlecht, aber wir holen zu wenig Punkte. Außerdem können wir es nicht verkraften, wenn wichtige Spieler ausfallen“, sagt der WSV-Trainer. Sabin Bradaric, Ingo Beeking, Daniel Schmellenkamp und Adem Cerimi zählt er zu den Akteuren, die der Weseler SV langfristig ersetzen musste. „Wenn dann die verbliebenen Führungsspieler mal einen schlechten Tag erwischen, bricht alles zusammen“, so Gramm, der aufgrund der Personalnot vier A-Jugendliche zu Senioren erklären ließ, von denen in Michael Hilgeist und Mike Pöpperling immerhin zwei regelmäßig zum Kader gehören.

Ein weiteres Problem des Tabellendrittletzten, der momentan einen Punkt Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz aufweist, ist die eklatante Auswärtsschwäche. Auf des Gegners Platz holte der WSV in fünf Partien noch keinen einzigen Punkt, weist dabei eine Tordifferenz von 2:15 auf. „Wir zeigen da wirklich zwei Gesichter. In den Auswärtspartien, in denen häufig kämpferische Qualitäten gefragt sind, um ein Spiel zu gewinnen, tun wir uns sehr schwer. Im eigenen Stadion sieht das meist ganz anders aus“, weiß Gramm um die Problematik.

Schweres Programm

Dass bis zur Winterpause neben drei Auswärtsspielen nur noch die Heimaufgaben gegen die Titelkandidaten GW Lankern und GW Flüren auf dem Programm stehen, gibt keinen großen Anlass zur Zuversicht. Trotzdem fordert Gramm: „Aus den nächsten fünf Spielen müssen wir sieben bis neun Punkte holen, sonst hängen wir zu tief unten drin.“

Quelle: RP

 
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