Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Fußball: Weniger Arbeit für Fußball-Richter

zuletzt aktualisiert: 15.06.2012

Fußball (RP). Interview Erfreuliche Entwicklung im Fußball-Kreis Rees-Bocholt: Die Spruchkammer musste in der gerade abgelaufenen Saison erheblich weniger Fälle verhandeln als in der Spielzeit zuvor. Aber: "Das Erfolgsdenken der Vereine ist immer noch zu groß", sagt Vorsitzender Ernst Hempel.

Ernst Hempel ist seit 1998 Vorsitzender der Spruchkammer des Kreises Rees-Bocholt. 2013 wird er beim Kreistag nicht mehr für das Amt kandidieren.  Foto:  Markus van Offern
Ernst Hempel ist seit 1998 Vorsitzender der Spruchkammer des Kreises Rees-Bocholt. 2013 wird er beim Kreistag nicht mehr für das Amt kandidieren. Foto: Markus van Offern

Die Saison 2011/2012 verlief für den Fußball-Kreis Rees-Bocholt in einer Hinsicht auf jeden Fall erfreulich. Die Kreis- Spruchkammer musste weniger Fälle als in der Spielzeit zuvor verhandeln. Die Fußball-Richter tagen immer dann, wenn es grob unsportliches Verhalten bei Platzverweisen, Einsprüche gegen Spielwertungen oder Abbrüche von Partien gibt. RP-Sportredakteur Joachim Schwenk sprach mit Ernst Hempel, dem Vorsitzenden der Kreis-Spruchkammer.

War es eine anstrengende Saison 2011/2012 für die Fußball-Richter im Kreis?

Hempel Bei den Senioren, für die wir zuständig sind, nicht. Bei der Jugend gab es mehr Arbeit. Da ist die Entwicklung nicht so erfreulich. Wir mussten dagegen wesentlich weniger Fälle bearbeiten als in der Saison zuvor.

Info

Zur Person

Ernst Hempel (73) war genau 50 Jahre als Schiedsrichter aktiv. Er legte am 18. Mai 1958 seine Prüfung ab und leitete am 18. Mai 2008 sein letztes Spiel.

Hempel, der Mitglied des SV Vrasselt ist, war zunächst von 1968 bis 1981 zunächst Leiter der Schiedsrichter-Gruppe Emmerich, ehe er bis 1992 Schiedsrichter-Obmann des Fußball-Kreises Rees-Bocholt war. Der Emmericher wurde anschließend Beisitzer in der Kreis-Spruchkammer, deren Vorsitzender er seit 1998 ist.

Können Sie konkrete Zahlen nennen?

Hempel In der Saison 2010/2011 mussten wir 53 Fälle verhandeln. Diesmal waren es nur 30. Es war also eine vergleichsweise ruhige Spielzeit für uns. Zumal es sich bei circa 40 Prozent der Fälle, mit denen wir uns beschäftigen mussten, um Spielwertungen wegen dem Einsatz von nicht spielberechtigten Akteuren ging.

Gibt es einen Grund für diese positive Entwicklung?

Hempel Woran das liegt, weiß ich nicht. Vielleicht waren die Leute in dieser Saison einmal besonders besonnen. Vielleicht hat es auch gefruchtet, dass ich die Vereine bei der Arbeitstagung vor der Saison darum gebeten habe, auf ihre Trainer, Zuschauer und Spieler einzuwirken. Die Clubs tun ja auch gut daran, so zu handeln. Schließlich werden in den meisten Fällen nicht nur Spieler oder Trainer für ihr Fehlverhalten bestraft. Die Vereine müssen die Verfahrenskosten tragen und teilweise Strafgelder zahlen. Da haben einige Clubs in den letzten Jahren eine ordentliche Summe überwiesen. Das Geld hätte man sinnvoller einsetzen können – zum Beispiel für die Jugendarbeit.

Was waren die gravierendsten Fälle in dieser Saison?

Hempel Ich persönlich finde es immer schlimm, wenn ein Spieler, der die Gelb-Rote oder Rote Karte erhalten hat, den Schiedsrichter dann noch persönlich beleidigt oder bedroht. Das ist grob unsportliches Verhalten, dass wir immer knallhart bestrafen. Und wenn ein Spieler vier Wochen nach seinem Platzverweis den Schiedsrichter bei der Verhandlung immer noch verbal attackiert und keine Einsicht zeigt, gibt's automatisch noch ein paar Wochen Sperre dazu.

Reicht das Strafmaß aus?

Hempel Es ist ausreichend. Wir haben ja sogar die Möglichkeit, Spieler lebenslang zu sperren.

Was können die Vereine unternehmen, um für noch mehr Fair Play zu sorgen?

Hempel Sie können darauf einwirken, grobe Unsportlichkeiten der Spieler zu unterbinden, auch wenn das den sportlichen Abstieg bedeutet. Der Weseler SV ist da ein gutes Vorbild. Er hat sich in der Saison zuvor von auffälligen Akteuren getrennt, obwohl das einen sportlichen Substanzverlust bedeutet hat, der in dieser Spielzeit wahrscheinlich auch ein Grund für den Abstieg des Teams in die Kreisliga C war. Weiteres Beispiel: Der SV Vrasselt hat 2008 seine zweite Mannschaft zurückgezogen, weil die Spieler Fair Play mit den Füßen getreten haben. So müssten mehr Vereine handeln und nicht nur an den sportlichen Erfolg denken.

Das Erfolgsdenken ist also noch zu groß?

Hempel Das ist das große Problem. Viele verlieren darüber die sportliche Fairness aus den Augen. Und dann haben wir wieder Arbeit.

Was ist die Voraussetzung, um in der Kreis-Spruchkammer tätig zu sein?

Hempel Man muss normalen menschlichen Sachverstand haben und das Satzungswerk richtig deuten. Besondere zivilrechtliche Kenntnisse sind nicht gefordert. Wir haben aktuell keinen Juristen in der Kreis-Spruchkammer.

Was wünschen Sie sich als Vorsitzender der Kreis-Spruchkammer für die Zukunft?

Hempel Ich wünsche mir eine ähnlich faire Saison, wie wir sie jetzt hatten. Dann ist Schluss für mich. Ich werde 2013 beim Kreistag nicht mehr für das Amt kandidieren. Dann habe ich 45 Jahre im Fußball-Kreis mitgearbeitet. Und das gerne

Quelle: RP
Mehr zu den Themen dieses Artikels


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Laternen: Stadt will 1,6 Millionen im Jahr sparen

Mönchengladbach

Laternen: Stadt will 1,6 Millionen im Jahr sparen

Kauft die Stadt der NEW das Straßenbeleuchtungsnetz im Süden ab, entlastet das laut Gutachten den Haushalt. Am Mittwoch wird das Gutachten v ... mehr 

Eichenbalken kokelte seit Tagen

Feuer in Wermelskirchen

Eichenbalken kokelte seit Tagen

Großeinsatz für die Feuerwehr am Wochenende in Assmannskotten: Die Heizung war seit Tagen aus - trotzdem kam es zu einem Schwelbrand hinter ... mehr 

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Doors-Keyboarder tot

Ray Manzarek, Mitbegründer und Keyboarder der Doors, ist im Alter von 74 Jahren in einer Klinik in Rosenheim gestorben. mehr 

Aus der Nachbarschaft
MEHR
Jens Hoffrogge holte mit der Mannschaft des RV Gahlen die Kreis-Standarte und wurde mit Rittersporn in der Einzelwertung bei der Kreismeisterschaft der Senioren Dritter.

Reitsport

Standarten für Gahlen und RVO

RV Lippe-Bruch Gahlen gewinnt beim Kreisturnier in Hünxe die Kreis-Standarte und den Ponywimpel. RV Obrighoven verteidigt die Jugend-Standarte. Carolin Stockhausen wird Kreismeisterin der Junioren. VON Joachim Schwenk und Sebastian Bergmann  mehr

 
Vanessa Borgmann mit Quismy des vaux (links) und Carolin Zell mit Nuhreste leisteten sich in drei S-Springen jeweils nur einen Abwurf.

Reitsport

Borgmann und Zell Rheinische Vizemeister

Vanessa Borgmann vom RV Jagdfalke Brünen (zwei Siege) und Carolin Zell vom RV Lippe-Bruch Gahlen (ein Erfolg) gewannen bei der Rheinischen Meisterschaft in Langenfeld zwar alle Springen der Klasse S bei den Jungen Reitern (18 bis 21 Jahre). VON Joachim Schwenk  mehr