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Wienhausen will ins WM-Finale

VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 19.08.2009

Hanno Wienhausen, der seine Laufbahn bei der RTG Wesel begann, startet bei Ruder-Weltmeisterschaft im Vierer ohne Steuermann. Nach acht Wochen Trainingslager geht's morgen nach Posen. "Die Form stimmt", sagt er.

Training, Training und nochmals Training: Bis zu acht Stunden täglich trimmte sich der Vierer ohne Steuermann mit Hanno Wienhausen (rechts) zuletzt in Ratzeburg, um für die Weltmeisterschaft in Top-Form zu kommen. Foto: RPO

Hanno Wienhausen schaute sich am Montagabend im Fernsehen die Übertragung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin an. Eine willkommene Abwechslung in der Trainingslager-Mühle, in der Wienhausen schon seit acht Wochen steckt – erst Breisach, dann Dortmund und jetzt zum Abschluss Ratzeburg.

Im traditionsreichen Ort in der Holsteinischen Schweiz bereitet sich der 27-Jährige mit dem kompletten Team des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) derzeit auf die am Samstag beginnende Weltmeisterschaft in Posen (Polen) vor, die bis zum 30. August dauert.

Drei bis vier Trainingseinheiten stehen täglich in der Ruderakademie in Ratzeburg, in der Karl Adam den Rudersport zu Beginn der 60er Jahre revolutionierte und die deutschen Gold-Achter der Olympischen Spiele von 1960 und 1968 formte, an. "Das schlaucht enorm", sagt Wienhausen, der seine Laufbahn bei der RTG Wesel, deren Mitglied er nach wie vor ist, begann. Er ist froh, wenn das Team morgen nach Posen startet. "Denn jetzt haben wir genug trainiert."

Info

Anreise im Bus

Die Athleten des Deutschen Ruder-Verbandes werden wegen der Ansteckungsgefahr an der Schweinegrippe zu den Weltmeisterschaften nach Posen mit dem Bus anreisen.

Ursprünglich wollte das Team mit dem Zug nach Polen fahren. Nun geht es morgen mit dem Bus vom Trainingslager in Ratzeburg über Berlin an den WM-Ort.

Das Ziel für 2009 schon erreicht

Der Verband hat nach der Pleite von Peking, wo die deutschen Ruderer erstmals seit 1952 ohne Goldmedaille geblieben sind, alte Zöpfe abgeschnitten. Das ermöglichte Hanno Wienhausen die Rückkehr in das Team Deutschland-Achter. Aus dem hatte er sich im Herbst 2007 zurückgezogen, weil er unter dem damaligen Bundestrainer Dieter Grahn keine Perspektive mehr für sich sah.

Jetzt fühlt sich Wienhausen, der die Auszeit auch nutzte, um sein Jura-Studium abzuschließen, wieder pudelwohl im Kreis der Sportler, aus der die Besatzung für die deutschen Großboote zusammengestellt wird. "Ich habe in diesem Jahr mit der Nominierung für die Weltmeisterschaft mein Ziel schon erreicht", sagt Wienhausen, der in Posen im Vierer ohne Steuermann startet.

Die Crew will bei den Titelkämpfen eine gute Rolle im Feld mit 16 Booten spielen. "Wir haben uns in den letzten Wochen kontinuierlich gesteigert. Die Form stimmt", meint Wienhausen. Ziel ist es, den Einzug in das Finale der sechs besten Boote zu schaffen. "Und dann sehen wir weiter.

Wenn es optimal läuft, ist eine Medaille drin", sagt der 27-Jährige. Bronze wird aber für Hanno Wienhausen, Falk Müller (Hamm), Thomas Protze (Potsdam) und Martin Rückbrodt (Hamburg) das Maß aller Dinge sein. "Die großen Favoriten sind England und Australien", sagt das RTG-Mitglied.

Bis zu acht Stunden haben die deutschen Spitzenruderer in den letzten Wochen täglich trainiert, um sich für die WM in Form zu bringen. Zuletzt wurde vor allem an der Abstimmung im Boot gearbeitet, die passen muss, wenn das Team ins Finale kommen will. "Schlafen, Essen, Rudern, Physiotherapie" – so beschreibt Wienhausen den Alltag der letzten Wochen.

Gute Erinnerungen

Der ist heute vorbei. Es geht nach Posen. Wienhausen hat gute Erinnerungen an die Stadt. Er gewann dort 2004 bei der U 23-Weltmeisterschaft im Vierer mit Steuermann die Bronzemedaille. Jetzt will er in Polen wieder ein Stück näher an das große Ziel heranrudern, das er hat: die Olympischen Spiele 2012 in London. "Da will ich dabei sein – egal, in welchem Boot."

Quelle: RP

 
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