Xanten: 15 Betriebe stehen bereit
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Xanten (RP). Ehrenamtskarte: Studenten haben bei Geschäften für die Zusammenarbeit geworben.Es gibt sie auch in Xanten, die Bereitschaft, ehrenamtlich Tätigen beim Einkauf ein paar Prozent Rabatt zu gewähren und auf diese Weise ihren Einsatz für die Gemeinschaft zu würdigen.
Immerhin 15 Betriebe haben bislang zugesagt, dies zu tun, wenn die Ehrenamtskarte eingeführt wird. In vielen Städten Nordrhein-Westfalens gibt es sie bereits, in Xanten arbeitet man noch daran. Studierende der Hochschule Rhein-Waal haben im laufenden Wintersemester die Vorarbeit geleistet (wir berichteten). Am 15. Februar werden die Studenten im Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales Bericht erstatten.
"Wir haben dafür gearbeitet und würden uns freuen, wenn Xanten die Ehrenamtskarte einführt", meinte gestern Simon Bongers, einer der Studenten. Das sechsköpfige Team (Studiengang E-Government) war in zwei Gruppen tätig: Die einen passten in Kooperation mit der Stadt die vom Land vorgegebenen Regelungen für die Vergabe der Ehrenamtskarte an Xanten an. Simon Bongers und sein Kommilitone Steffen Knebel kümmerten sich derweil um die Akquise der Betriebe. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung habe sehr gut funktioniert, lobte Bongers. Mit einer von der Wirtschaftsförderung zur Verfügung gestellten Liste konnten die Studenten allerdings wenig anfangen: "Darauf stand jeder, der in Xanten einen Gewerbeschein hat. Aber was soll man zum Beispiel mit einer Großraummaschine anfangen?" Statt sich auf die (zu) umfangreiche Liste zu stützen, wählten Bongers und Knebel einen anderen Weg: "Wir sind bei den Betrieben der Innenstadt von Tür zu Tür gegangen und haben für die Ehrenamtskarte geworben."
Rund 40 Drogerien, Hotels, Lebensmittel- und andere Läden haben die jungen Leute aufgesucht. Mit den bisher 15 positiven Rückmeldungen können sie zufrieden sein. "Wir haben viele skeptische Blicke bein den Geschäftsinhabern geerntet", berichtete Bongers. Viele, vielleicht zu viele Rabattkarten verschiedener Anbieter seien bereits im Umlauf. Möglicherweise müsse die Ehrenamtskarte auch noch bekannter werden. Nach dem RP-Bericht über den Start der Kooperation von Stadt und Studenten im Oktober habe sich zum Beispiel ein Xantener Vermieter von Ferienwohnungen gemeldet und begeistert seine Zusammenarbeit angeboten. Ehrenamtliche aus Xanten mögen von einer günstigen Ferienwohnung in der eigenen Stadt wenig haben, aber vielleicht auswärtige Karteninhaber, denn die Ehrenamtskarte ist landesweit gültig.
Verwaltungsaufwand
Ob die Ehrenamtskarte in Xanten eingeführt wird, muss die Politik entscheiden. Bürgermeister Strunk wies gestern daraufhin, dass die Einführung und Pflege mit Verwaltungsaufwand, also auch mit Kosten verbunden sei. Die Verwaltung wolle deshalb vorschlagen, zunächst bei den Vereinen nachzufragen, wie viele Ehrenamtliche überhaupt die Kriterien für die Karte erfüllen (mindestens 250 ehrenamtlich geleistete Stunden pro Jahr bzw. mindestens fünf pro Woche).
Egal wie sich die Xantener entscheiden, für die Studenten war das Projekt auf jeden Fall ein Erfolg. "Für uns ging es darum, Praxiserfahrungen in der Verwaltungsarbeit zu sammeln", sagte Simon Bongers. "Das hat super geklappt."
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