Sonsbeck: 50 000 spielen in ganz Deutschland Sein, was man schon immer sein wollte
zuletzt aktualisiert: 08.10.2007Sonsbeck (RPO). LARP (Live action role playing) ist ein Live-Rollenspiel, bei dem das Tischrollenspiel um die physische Darstellung des Charakters erweitert wurde. Dieses Live-Rollenspiele etablierte sich etwas seit 1990 im deutschsprachigen Raum. „Es gibt rund 50 000 Aktive in Deutschland. Mit „Herr der Ringe“ ist auch LARP noch einmal sehr populär geworden. Es sind fast alles private Organisationen, viele Interessengruppen und nur wenige Vereine“, erklärt Andreas Krause, der mit einem zehnköpfigen Team die Veranstaltungen in Sonsbeck initiiert. Ende des Jahres wird für das Folgejahr geplant, 50 bis 100 Personen nehmen in der Regel an den Zusammentreffen (Cons) in Sonsbeck teil. Als größte Veranstaltungen in Deutschland gelten momentan Conquest und das Drachenfest. Die Teilnehmerzahl der Cons variiert von einigen Wenigen bis zu mehreren Tausenden. Im Rahmen ihrer Rolle und des jeweiligen Spielziels können die Darsteller ihre Charaktere frei improvisieren. Die Kostümierung reicht von einfach bis sehr aufwendig.
Während in Sonsbeck das Fantasy-Genre gepflegt wird, gibt es anderenorts auch Cyberpunk, Science Fiction, Horror, Endzeit oder Western. Sicherheit wird bei allen Veranstaltungen groß geschrieben. So ist bei den Waffen der Fiberkern mit Schaumstoff und Latex umhüllt, spezielle Pfeile sowie Schaustoff-Tennisbälle bei Feuerwaffen dienen wie strenge Sicherheitsregeln dem körperlichen Wohl der Darsteller; z. B. sind Kopftreffer ebenso verboten wie mit Kraft ausgeführte Schläge. Ein „Stopp“ des Spielleiters lässt die Bewegungen der Akteure augenblicklich einfrieren. Die Polsterwaffen werden vor jeder Veranstaltung überprüft. Auf dem Larphof in Sonsbeck sind zudem noch acht Sanitäter und Ersthelfer für den Fall der Fälle bereit.
SONSBECK (rim) „Es ist ein interessantes Hobby, man kann viel agieren“, erläutert LARP-Mitorganisator Andreas Krause. Während viele Teilnehmer das Kämpfen bevorzugen, liegt für Lea der Reiz darin, am Ende der Veranstaltung alle Informationen zusammenbekommen zu haben. Barbara Eggers aus Frechen beschreibt ihren Rollenwechsel so: „Es ist eine unheimlich gute Möglichkeit abzuschalten, mal nicht über die alltäglichen Dinge nachzudenken. Man kann in die Rolle schlüpfen, die man sich immer schon mal vorgestellt hat und sie zusammen mit neuen und alten Bekannten ausspielen. Es fördert die Kreativität, ist sehr ausfüllend.“ Mit diesen Worten wendet sich die Magierin wieder ihrem Auftrag zu. In dieser Plotline (Drehbuchaufgabe) geht es darum, den Spiegel, die Quelle allen Übels, auszuschalten.
Auch wenn manche Aktionen dem Außenstehenden teils merkwürdig erscheinen, manche Handlung komisch anmuten – Veranstalter und Darsteller legen größten Wert darauf, dass sie keine Sekte sind, keinen Okkultismus oder ähnliches betreiben. „Was wir hier machen, ist reines Spiel. Es sind Szenarien, die zu den Rollen gehören, nichts anderes. Wir praktizieren keine schwarze Magie, auch wenn es so aussehen mag“, stellt Andreas Krause ausdrücklich klar.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



