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Xanten: Alle wollen in Frieden leben

VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 27.12.2011

Xanten (RP). Nach der Reise nach Palästina und Israel sehen sich Xantener in ihren Bemühungen um eine "dreiseitige" Städtepartnerschaft bestätigt. Ein Besuch in Sha'ar Hanegev weckt Hoffnungen auf einen Ausbau der Kontakte.

Skeptische Blicke von Israel nach "drüben", in den Gazastreifen. Foto:
Skeptische Blicke von Israel nach "drüben", in den Gazastreifen. Foto:

Es waren fünf anstrengende, schöne, informative Tage, die eine Gruppe von Xantenern in Palästina und Israel verbracht hat. Ein Besuch, der den Xantenern deutlich vor Augen geführt hat: Ihre Anstrengungen um eine "Dreierpartnerschaft" – Xanten, eine Stadt in Palästina und eine in Israel – gehen in die richtige Richtung. "Wir wollen uns mit Nachdruck weiter darum bemühen", bilanziert Jürgen Kappel (SPD), der zu der Delegation gehörte, nach der Rückkehr.

Anlass der Reise war die Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde im Rathaus von Beit Sahour (nachdem eine entsprechende Feier bereits im September in Xanten stattgefunden hatte). Bürgermeister Christian Strunk und sein Kollege Hani Al-Hayek, setzten ihre Unterschriften unter das Dokument. Auch der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayad weilte dem kurzen Festakt bei. Er war im christlich geprägten Beit Sahour, um dort offiziell die Weihnachtsfeiertage zu eröffnen.

Da auch viele Orthodoxe Christen auf dem "Hirtenfeld" (Beit Sahour) leben, dauern die Feiertage bis in den Januar. Mit "arabischem Charme" sei Weihnachten eingeläutet worden, so Kappel: als fröhliches Volksfest ohne jede Rührseligkeit. Beeindruckend für die Xantener war die Rede des Ministerpräsidenten: "Selber Muslim, verkündete er wie eine frohe Botschaft, dass Jesus unter den Palästinensern ein hohes Maß an Identität stiftet."

Das Problem ist die Politik

Die Partnerschaft mit Xanten werde in Beit Sahour positiv aufgenommen. Die Palästinenser lebten hinter einer Mauer, fühlten sich unterdrückt und gedemütigt. "Die Partnerschaft führt die Menschen ein Stück weit aus ihrer Isolation heraus." Wobei die gleichzeitigen Bemühungen der Xantener um Kontakte zu einer Kommune in Israel begrüßt würden. "Die Menschen haben auf beiden Seiten die gleichen Empfindungen. Alle wollen in Frieden leben, unter den gleichen Bedingungen, mit den gleichen Chancen auf Bildung", so Kappel. Die zwischenmenschliche Ebene sei nicht das Problem, sondern die politische.

Bestätigt wurde dies bei einem Tagesausflug der Xantener in die israelische Landgemeinde Sha'ar Hanegev, die an einer Partnerschaft interessiert ist. Der Schulpsychologe Zvi Feuerman berichtete dort, wie sich die heikle Sicherheitslage (es gibt immer wieder Raketenangriffe aus dem Gazastreifen) auf die Menschen auswirkt. "Der Psychologe machte klar, dass beide Seiten Opfer und Aggressoren sind."

Hoffnungslose Lage

Umso ernüchternder ein Gespräch mit einem Vertreter der deutschen Botschaft in Ramallah. "Er machte klar, dass die politische Lage zurzeit hoffnungslos ist", so Kappel. "Ultranationale und orthodoxe Kräfte gewinnen immer mehr die Oberhand." Das bestätigte der Gastvater Kappels in Beit Sahour (ein Teil der Xantener war in Gastfamilien untergebracht): "Er bedauerte, dass der Frust unter den Palästinensern so groß sei, dass wohl eine Million bereit wäre, mit Bomben nach Israel rüber zu gehen."

Für die Xantener ein weiterer Ansporn, sich dem Ziel einer Dreierpartnerschaft anzunähern. Die Welt auf einen Schlag ändern, sei nicht möglich, sagt Kappel. "Aber wenn jeder die kleinen Schritte geht, die er kann, dann wird sich etwas ändern."

Quelle: RP/jul


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