Xanten: Alte Grabsteine, neuer Glanz
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 25.08.2007Xanten (RPO). Knapp 35 000 Euro investierten Land und Kommune in die Restaurierung des Jüdischen Friedhofs in Xanten. Ein Großteil der Grabsteine wurde gereinigt und auf neuen Fundamenten fest verankert. Auch das Eingangstor ist neu.
Für Juden ist der heutige Samstag ein Feiertag – Schabbat. „Und am Vorabend des Schabbat-Festes soll man besonders Gutes tun“, erklärte Herbert Rubinstein, Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein. Insofern lag es nahe, dass der offizielle Abschluss der Sanierungsarbeiten am Jüdischen Friedhof Xanten an einem Freitag gefeiert wurde. „Sie werden somit in unsere Dankgebete eingeschlossen“, versicherte Rubinstein den Verantwortlichen für die Sanierung der Anlage am Heeser Weg.
Neue Fundamente
Knapp 35 000 Euro haben die Stadt und das Land investiert, um die Grabsteine sowie die Toranlage zu sanieren. „Wer vor einigen Monaten noch hier war, wird erkennen, dass sich einiges getan hat“, meinte Bürgermeister Christian Strunk. Holger Klaus kann das bestätigen. Er arbeitete für die Firma Steinrestaurierung Ebert in Köln und war mit der Sanierung in Xanten betraut. „Wir haben etwa 50 Grabsteine restauriert“, erzählte er. An etlichen Steinen wucherte Moos, viele waren umgekippt. Ein Hauptteil der Arbeiten lag deshalb darin, neue Fundamente zu gießen. „Die Grabsteine wurden dann mit den Sockelsteinen neu verdübelt“, erklärte Klaus. So sollen die Steine künftig nicht mehr so leicht umgestoßen werden können.
Seit 1998 geöffnet
Geschichte Auf dem Friedhof befinden sich rund 60 Gräber aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1928. Nach Kriegsende wurde der Friedhof geschlossen, seit 1998 ist er wieder zugänglich.
Anlage Der Friedhof gilt als Beispiel der traditionellen jüdischen Bestattungskultur. Die Grabsteine haben die gleiche Größe und wenige Ornamente.
Drei Mitarbeiter der Kölner Firma waren seit Beginn der Sanierungsarbeiten im Januar diesen Jahres am Heesberg im Einsatz. Bei den Grabsteinen hatten sie mit unterschiedlichen Materialien zu tun, wie Klaus erklärte: Sandstein, Basaltlava oder sogar Marmor. Vor 15 Jahren waren die Spezialisten erstmals auf einem Jüdischen Friedhof im Einsatz. Seitdem empfiehlt Herbert Rubinstein die Firma immer wieder – auch der Stadt Xanten.
Die hatte im September 2005 schnell reagiert, als die Bezirksregierung ankündigte, die Restaurierung Jüdischer Friedhöfe mit 60 Prozent zu fördern. „Der Jüdische Friedhof ist Teil unserer Stadt und Teil unserer Geschichte. Und das wollen wir bewahren“, betonte Bürgermeister Strunk. Herbert Rubinstein freute so viel Engagement. Er betonte, der Friedhof auf dem Heesberg sei durch seine Anordnung in drei konzentrischen Kreisen sehr selten. Zumindest in den 19 jüdischen Gemeinden NRWs findet sich keine ähnliche Anlage.
In Stadtführer aufnehmen
Anlässlich der abgeschlossenen Restaurierung wünschte sich Rubinstein, „dass dieser Friedhof in einen Stadtführer von Xanten aufgenommen wird“. Bürgermeister Strunk dürfte ihm da nicht im Wege stehen. Schließlich gab er zu Protokoll, dass es sich bei dem Friedhof um einen der schönsten Plätze der Stadt handele.
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