Xanten: Atrium mit Durchblick
VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 23.10.2009Xanten (RPO). Die Jugendherberge in Wardt wird um einen Trakt erweitert. Gestern war Richtfest für das 2,4 Millionen Euro teure Projekt. 56 zusätzliche Betten und drei neue Tagungsräume sollen Ende März bezugsfertig sein.
Die Kosten
Die Baukosten betragen rund 2,4 Millionen Euro einschließlich Einrichtung. 489 450 Euro fließen als Zuschuss vom Land, 203 000 Euro vom Bund.
Die Herberge ist die erste Deutsche mit umweltschonender Holz-Pellet- Heinzung.
Gerade mal fünf Jahre alt ist die Jugendherberge in Xanten. Und sie platzt längst aus allen Nähten. Außerhalb der Ferien sind Unterkünfte nur nach langer Voranmledung zu erhalten. Und selbst wenn keine Schulklassen die Herberge bevölkern, ist das 180-Bettenhaus gut ausgelastet. So gut, dass das Deutsche Jugendherbergswerk noch einmal kräftig in die Einrichtung investiert: 2,4 Millionen Euro kostet der Anbau, der spätestens Ende März bezogen werden soll. Die Bauarbeiten sind gut in der Zeit. Gestern wurde Richtfest gefeiert.
Entschluss nicht bereut
Rudolf Schwan, Vorsitzender des Jugendherbergwerks im Rheinland, erinnerte unter dem Richtkranz noch einmal an die Bedenken, die der Vorstand bezüglich eines Baus in Xanten hatte – am Niederrhein, auf dem platten Land, weit weg. Da konnte der damalige Stadtdirektor Heinz Trauten noch so sehr drängen, erst vor acht Jahren rang sich der Landesverband doch noch zu dem "Wagnis" durch. Und bis heute, so Schwan, habe das nun wirklich niemand bereut. Im Gegenteil: die Herberge am Bankscher Weg gehört zu den bestbesuchten ihrer Art im ganzen Rheinland.
Die gute Lage
Architekt Volker Weuthen, der auch schon für den ersten Bauabschnitt verantwortlich zeichnete, macht dafür neben der professionellen Leitung durch Ursula Hiepler vor allem die Lage am Rande der Römerstadt mit ihrem "Blick auf den Baggersee" verantwortlich. Einer allerdings, der demnächst ein wenig versperrt wird. Der Anbau macht den offenen Hof des U-förmigen Baus zum Atrium. Die drei zusätzlichen Tagungsräume im Erdgeschoss sind offen konzipiert. Große Fensterflächen zu beiden Seiten sollen die Sicht auf die Südsee weiter ermöglichen wenn nicht gerade Vorhänge notwendig werden. Beamer-, Video- und Overheadprojektionen – damit sind alle Säle ausgerüstet – sind bei bestimmten Lichtverhältnissen nun einmal schwierig.
Einrichtungen im übrigen, die die Neuausrichtung des Herbergwerks vor gut fünf Jahren verdeutlicht. Die Herbergen sollen nicht allein der "Wanderjugend" fürs Schlafen und die Verpflegung dienen. Sie sind moderne Tagungsstätte, Lernorte, Bildungseinrichtungen, wie Schwan sagte. Dem Grundgedanken von "Gründungsvater" Richard Schirrmann tue das keinen Abbruch. In keiner anderen Übernachtungseinrichtung, so Schwan, könne Gemeinschaft derart erlebt werden wie in Jugendherbergen. Das lässt ihn hoffen, dass mit den demnächst zusätzlichen 56 Betten in 16 Zimmern die Übernachtungszahlen in Wardt noch einmal heftig steigen. Schwan rechnet mit 45 000 im Jahr "und mehr". Schließlich müssten ja auch die Investitionen wieder reinkommen.
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