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Xanten: Auf den Spuren des Künstlers

zuletzt aktualisiert: 23.06.2007

Xanten (RPO). Dr. Torsten Otte wird heute in Xanten aus seiner Biografie über den spanischen Surrealisten Salvador Dalí lesen. Der Rechtsanwalt befasst sich seit 18 Jahren mit dem Künstler, der die Selbstinszenierung liebte.

Steinbildhauermeister Peter Paul Stahns stellt seine Sandstein-Skulptur aus, die der zerfließenden Uhr von Dalí nachempfunden ist.   Foto: RPO
Steinbildhauermeister Peter Paul Stahns stellt seine Sandstein-Skulptur aus, die der zerfließenden Uhr von Dalí nachempfunden ist. Foto: RPO

„Denken an Dalí“ heißt eine Veranstaltung, die heute um 16 Uhr in der Werbeagentur „nachDruck“, Klever Straße 30 in Xanten, beginnt. Unter anderem stellt ein gutes Dutzend Künstler vom Niederrhein Werke vor, die in irgendeiner Weise Bezug auf den spanischen Surrealisten Salvador Dalí nehmen. Im Zentrum der Veranstaltung steht allerdings eine Buchlesung mit Dr. Torsten Otte aus Bad Oeynhausen, Autor der 2006 erschienenen Biographie „Salvador Dalí – Eine Biographie mit Selbstzeugnissen des Künstlers“. Mit dem Autor hat sich RP-Redakteur Uwe Plien unterhalten.

Info

Die Biographie

„Salvador Dalí - Eine Biographie mit Selbstzeugnissen des Künstlers“ von Torsten Otte ist 2006 erschienen bei Königshausen & Neumann.

ISBN 3-8260-3306-X

www.ra-otte.de

Herr Dr. Otte, Sie sind nicht Schriftsteller oder Kunstwissenschaftler im eigentlichen Sinne, oder?

Torsten Otte Ich bin Rechtsanwalt. Allerdings studiere ich inzwischen nebenher Kunstgeschichte an der Universität in Osnabrück.

Ihre Begeisterung für Dalí begann vor 18 Jahren. Wie kam es dazu?

Otte Auf dem Gymnasium habe ich mich im Kunstunterricht mit zwei Bildern von Dalí befasst. Im Studium habe ich dann ein Buch über ihn gekauft, später habe ich weitere gelesen. So fing das an. Ich reiste nach Figueras und Cadaqués, wo Dalí gelebt hat. Inzwischen bin ich regelmäßig dort.

Aber aus Begeisterung schreibt man doch nicht gleich ein Buch!

Otte Bei mir war es so, dass ich die Möglichkeit hatte, Menschen aus Dalís Dunstkreis, aus seinem Hofstaat, kennen zu lernen. Zum Beispiel seinen Sekretär John Peter Moore oder Robert Decharnes. Descharnes ist ein weltweit anerkannter Dalí-Experte. Das hat mein Interesse noch gesteigert und ich bin immer am Ball geblieben. Ich habe sogar Spanisch gelernt, um die Original-Literatur über Dalí lesen zu können. Irgendwann fing ich an, Vorträge zu halten, bis sich dann die Gelegenheit ergab, das Buch zu schreiben.

Sie haben diese Biographie als Fan geschrieben. Haben Sie da noch genügend Distanz wahren können?

Otte Absolut! Das muss man. Ich bin Jurist, habe viele Quellen zitiert. Ich erzähle in meinem Buch Dalís Leben nach, lasse ihn selbst aber immer wieder zu Wort kommen. Und wenn er versucht hat, einen Mythos aufzubauen, habe ich das selbstverständlich kritisch kommentiert.

Was fasziniert Sie mehr: Dalís Werk oder die Person, dieser Mensch, der sich ja immer wieder selbst inszeniert hat?

Otte Beides. Er war vom Technischen her ein Meister, hatte immer wieder neue Ideen. Er ist vom Handwerklichen her einer der größten Künstler des 20. Jahrhunderts. Was seinen Einfluss auf die Kunstgeschichte angeht, muss man aber sagen: Da ist er viel zu wenig beachtet. Interessant ist, dass er ein unsicherer Mensch war, der am liebsten mit den Fischern in Cadaqués ein Glas Wein trank.

Wie wird Ihre Lesung am Samstag aussehen?

Otte Ich werde einige Passagen aus dem Buch lesen, aber auch viele Erörterungen geben. Hinzu kommen Filmausschnitte. Ich möchte versuchen, die Gäste einzubinden, deshalb gibt es zum Abschluss auch einen offenen Teil, bei dem gefragt und diskutiert werden soll.

Quelle: RP

 
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