Xanten: „Ich liebe Frankreich“
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 10.01.2009Xanten (RPO). Für Lisa Albers (18) bringt das Jahr 2009 große Veränderungen mit sich: Nach dem Abitur geht die Xantenerin für ein Jahr ins Ausland – nach Frankreich. In der Nähe von Paris wird sie als Aupairmädchen beschäftigt sein.
Nach dreizehn Jahren als Schülerin ist es für Lisa Albers schon ein bisschen schwierig, sich vorzustellen, dass in einigen Wochen die Abiturprüfungen und damit das Ende der Schulzeit ansteht. Für die 18-Jährige bringt das Jahr 2009 einige Veränderungen: Nach dem Abitur verbringt sie ein Jahr als Aupair in Frankreich.
„Ich hab mich geärgert, dass ich nicht schon in der Elf ins Ausland gegangen bin – deswegen war es jetzt gar keine Frage. Nur wohin und was tun?”, schildert Lisa ihre Überlegungen. Das Land war schnell gefunden: „Ich liebe Frankreich”, ist die Erläuterung. Da sie in ihrer Freizeit eine Kindertanzgruppe leitet und auch bestens mit ihren jüngeren Cousins auskommt, informierte sie sich über Aupair-Angebote. Über ein Internetportal lernte sie ihre zukünftige Gastfamilie kennen.
Aupair
Der Begriff Aupair bezeichnet Jugendliche, die in einer Gastfamilie leben und gegen Unterkunft, Verpflegung und ein kleines Taschengeld bei der Betreuung der Kinder helfen.
Auch „leichte Tätigkeiten“ im Haushalt werden häufig von Aupairs übernommen.
Aupair bedeutet übersetzt „auf Gegenseitigkeit“ – und soll das Verhältnis zwischen Gastfamilie und Aupair-Teilnehmer beschreiben.
Die Sprachschule besuchen
Per E-Mail knüpften sie Kontakt. „In der Familie leben regelmäßig Aupair-Mädchen”, weiß Lisa. Mit ihrer Vorgängerin hat sie schon Kontakt. Ihre drei Schützlinge werden Emile (10), Joséphine (12) und Adélaide (vier Monate) sein. „Weil ich in Paris Bekannte habe, organisiere ich das Jahr nicht über eine Organisation, sondern selbständig”, erklärt Lisa. „Außerdem ist Paris direkt in der Nähe – das ist toll!”
Deswegen will Lisa die Zeit nutzen, um die Großstadt kennenzulernen. „Als Xantenerin habe ich da ja bisher wenig Erfahrung”, sagt sie lachend. Auch der Besuch einer Sprachschule ist neben dem Aupair-Alltag in der Seine-Metropole geplant. Doch nicht etwa, weil sie Sorge wegen der Verständigung hat: „Sprachlich wird’s wohl keine Probleme geben. Aber ich möchte Französisch unbedingt akzentfrei sprechen.”
Dabei denkt die Abiturientin auch an ihre Zukunft, denn sie möchte „International Business” studieren und da sind Sprachkenntnisse gefragt. „Wenn ich die Kinder morgens in den Kindergarten – die ganz Kleine geht schon in eine Art Kindergarten, das ist in Frankreich so üblich – und in die Schule gebracht habe, bleibt Zeit für die Sprachschule oder kleine Haushaltsarbeiten”, erläutert Lisa. Nachmittags hilft sie bei den Hausaufgaben, bringt die Kinder zu Freunden oder spielt mit ihnen.
Dass ihr das Jahr auch persönlich wertvolle Erfahrungen bringen wird, davon ist die Xantenerin überzeugt. „Natürlich ist die Vorstellung ein ganzes Jahr von Zuhause weg zu sein mit Nervosität verbunden, sicherlich werde ich mal Heimweh haben. Aber das gehört doch dazu”, sagt die 18-Jährige.
Ein gutes Gefühl
Einen Kloß im Hals bekommt sie beim Gedanken an Weihnachten oder ihren 20. Geburtstag im Ausland. Einen Rückzieher macht sie auf keinen Fall. „Dafür freue ich mich zu sehr. Ich habe ein gutes Gefühl dabei!” Doch bevor sie in das Aupair-Jahr starten kann, muss sie erst noch ihr Abitur machen. „Ich bin in Gedanken immer schon bei Frankreich. Da muss ich mir immer wieder vor Augen führen: Erst das Abi – gar nicht so leicht.“
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