Xanten: Decken für Obdachlosen
VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Xanten (RP). Die Kältewelle hält an, heute soll es sogar noch einmal richtig frieren – in einigen Regionen Deutschlands mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Fast 200 Menschen sind in Europa inzwischen erfroren.
Opfer gab es auch in Deutschland. "Wir beobachten die Situation genau", sagt Hans-Joachim Karth, Leiter des Fachdienstes Wohn- und Existenzberatung beim Caritasverband Moers-Xanten.
Schriftliches Dankeschön
Sorgen bereiten dem 53-Jährigen derzeit in Xanten drei obdachlose Männer. Während zwei inzwischen vorübergehend bei Bekannten untergekommen seien, ließe sich der dritte nicht bewegen, in eine wärmende Unterkunft zu ziehen. Er fürchtet offensichtlich, den Kontakt mit seiner Heimat zu verlieren.
Auf die Spur gekommen waren die Caritas-Mitarbeiter dem Mann überhaupt erst durch Hinweise von Nachbarn. Die hatten einem frierenden Mann haufenweise Decken geschenkt. Und der Obdachlose hatte sich wohl auch schriftlich auf einem Zettel bedankt.
Notfalldienst
Für Obdachlose gibt es beim Sozialamt der Stadt einen Notfalldienst.
Er rückt bei Bedarf aus. Ziel ist erst einmal eine Unterbringung im Notraum des Heims in Vynen.
Die Alarmierungsnummer wird nicht öffentlich bekannt gemacht, ist aber bei der Polizei hinterlegt.
Zweimal war Karth inzwischen "draußen", am späten Sonntagabend traf er den Mann an. Das Angebot, ihn zu einer Unterkunft – zum Beispiel ins Polizeigewahrsam, in Weezer Petrusheim oder ins Lühlerheim bei Schermbeck zu bringen, lehnte der allerdings ab. "Weil er nicht trinkt, besteht wegen seiner ,Ausrüstung' auch keine unmittelbare Gefahr", sagt der Diplom-Sozialarbeiter. Allerdings habe der Mann, der aus einem wohlsituierten Leben abgestürzt war, zugesagt, die Beratungsstelle an der Klever Straße aufzusuchen.
Das städtische Heim
Sie ist Teil eines Caritasnetzwerkes, das in Xanten derzeit gut 100 in Armut lebende und von Obdachlosigkeit bedrohte Familien betreut. Auch die derzeit sieben Personen im städtischen Heim am Rheindamm in Vynen gehören dazu. Platz gibt es dort gerade für Notfälle noch genug, sagt Bürgermeister Christian Strunk.
"Zulauf" durch die aktuelle Situation habe es aber nicht gegeben. Wer etwas Wärme benötigt, wird auch in Xanten fündig. Über Tag nutzen schon frierende Menschen die Service-Eingangshalle im Rathaus. Aus den Automaten-Foyers der Sparkasse und der Banken wird auch nachts niemand vertrieben, heißt es dort. Allerdings würden die Menschen in Unterkünfte vermittelt.
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