Xanten: Der Ferienlager-Prozess
VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 26.11.2010Xanten (RPO). Ausschließlich nichtöffentlich wird Anfang der übernächsten Woche gegen vier Jugendliche verhandelt, die bei einer Ferienfahrt einen Gleichaltrigen misshandelt haben sollen.
Bei dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Moers findet am Montag, 13. Dezember, 13. Dezember, die Hauptverhandlung gegen vier 14-jährige Jugendliche statt, die im Juli des Jahres als Messdiener einer Kirchengemeinde gemeinsam mit anderen Jugendlichen an einer Ferienfreizeit in Norddeutschland teilgenommen haben.
Die Zweigstelle Moers der Staatsanwaltschaft Kleve beschuldigt die Jugendlichen, während dieser Freizeit einen gleichaltrigen Mitreisenden, der mit ihnen gemeinsam in einer Ferienhütte untergebracht war, an mehreren Tagen körperlich misshandelt, beleidigt und auch sexuell missbraucht zu haben. Der Fall hatte im August für Aufsehen gesorgt.
Die Vorfälle sollen sich in einem Ferienlager der St-Viktor-Messdiener im schleswig-holsteinischen Meldorf ereignet haben. Die beschuldigten Jugendlichen sollen den Gleichaltrigen extrem drangsaliert haben. Jugendliche hatten nach der Rückkehr von Machtroben eben unter Einsatz körperlicher Gewalt berichtet.
Auseinandersetzung eskaliert
Dazu gehörte unter anderem das "Muckis schwitzen", bei dem sich die Täter auf die Oberarme des Opfers knien. In diesem Fall soll das Vorgehen eskaliert sein. Möglicherweise war auch eine Auseinandersetzung hochgekocht, die es unter den Jugendlichen bereits vor den Ferien gab. Die Betreuer sollen nichts von diesen Vorfällen erfahren haben. Der betroffene Junge hatte sich erst zu Hause auf intensives Nachfragen" der Familie offenbart. Einzelheiten zu den Vorfällen gaben Kreispolizei Wesel und Staatsanwaltschaft Kleve zum Schutz der Betroffenen nicht bekannt. Auch die Hauptverhandlung wird nichtöffentlich sein.
Das Gruppenleben
Die Xantener Messdiener waren übrigens nicht zum ersten Mal in Meldorf zu Gast. Der Ferienpark Mielepark war schon zuvor Ziel der Ferienmaßnahme. Im Sommer hatten wieder rund 50 Kinder und Jugendliche für zwei Wochen ihre Ferien in Schleswig-Holstein verbracht. Sie waren auf zwei Holzhütten verteilt und wohnten in Gruppen von bis zu sechs Personen. In der Vergangenheit war es nie zu vergleichbaren Vorfällen gekommen.
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