Xanten: Der Kunde macht den Markt
VON RAINER KAUSSEN UND KAI HOMEIER - zuletzt aktualisiert: 18.10.2007Xanten (RPO). Um den Geschäftserfolg am nächsten Morgen vorherzusagen, können Börsenblätter manchmal liegen bleiben. Markthändlern reicht der Blick auf den Wetterbericht. Doch auch wenn der so bescheiden ausfällt wie die Prognose für den heutigen Donnerstag, können sich die Sonsbecker darauf verlassen: Der Gemüsestand wird der erste sein, der schon vor 8 Uhr auf dem Alttorplatz aufgebaut wird. Kurz danach ist die Blumenhändlerin zur Stelle, und so füllen sich nach und nach die Standreihen – immer in der Hoffnung, dass die Kunden das Angebot nutzen.
Biobauer
Da hatte es zuletzt eine bedauerliche Entwicklung gegeben (RP v. 21. September). Ob ihr Alarmruf wirkte – Marktmeisterin Elisabeth Hoppmann hielt es gestern im Gespräch mit der RP noch für zu früh, um das zu bewerten. Aber sie konnte den Freunden des Sonsbecker Wochenmarktes eine erfreuliche Mitteilung machen: Es gibt einen neuen Marktbeschicker.
Einen Biobauern, der beispielsweise Ziegenkäse anbietet, aber auch Kraut und Wurst. Hoppmann: „Er will es in Sonsbeck versuchen – hoffen wir, dass nun auch die Kunden zu ihm kommen. Neues gibt es auch beim Markt in Marienbaum: Der wurde von Donnerstag auf Freitag verlegt; auch die Zeiten auf dem Marktplatz neben der Sparkasse wurden so verändert: Ab sofort gibt’s jeden Freitag von 7.30 bis etwa 13 Uhr Gemüse, Obst, Geflügel, Käse, Süßwaren, Textilien, Blumen und Stoffe im Angebot. Sieben Marktbeschicker versorgen die Menschen im Wallfahrtsort mit frischen Produkten des täglichen Bedarfs.
Stammkunden
Ein gutes Angebot ist der eine Aspekt, den Händler als Grund für den Besuch auf dem Wochenmarkt anführen.
Dazu komme die persönliche Note, das Gespräch mit Händlern und Mitmenschen.
Die treuen Stammkunden wüssten das zu schätzen, betonen die Händler. Nun wollen sie mit den Argumenten auch Neukunden gewinnen.
500 – eine tolle Zahl
Das allerdings sollte sich noch deutlich mehr herumsprechen. „Am Anfang hatten wir viel Zeit, uns untereinander zu unterhalten“, sagt Katrin Klaeßen vom Geflügelhof Ingenbleek-Schattmann aus Achterhoek. Hans Blumenkante nickt. Er hat 27 Jahre Markterfahrung, allerdings weiß er auch, dass es lange dauert, bis sich ein Wochenmarkt etabliert hat. „Wir versuchen dringend, einen Fischhändler ins Boot zu holen“, erklärt der Blumenhändler. Theo Ratering, der holländische Käsemann betont die Qualität und frische der angebotenen Lebensmittel. „Hier ist nichts verpackt wie im Supermarkt“, berichtet er.
„Wenn bereits 500 Leute auf dem Markt einkaufen würden“, es wäre eine tolle Zahl, sagt Hans Blumenkante. Und mit Blick auf die Ortsgröße keine wirklich große Marke. „Wir probieren alles“, sind sich die Händler einig. „Wenn der Markt mal vollkommen weg sein sollte“, für die älteren eine Katastrophe“, sagt Katrin Klaeßen. Es liegt also an den Menschen aus dem Dorf, wie sie den Markt annehmen und dadurch mit weiter entwickeln.
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