Sonsbeck: Die BIS macht's ohne: kein eigener Bürgermeisterkandidat
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 17.06.2009Sonsbeck (RPO). "Außerordentliche Mitgliederversammlung" – das klingt einigermaßen spektakulär. Und tatsächlich hätte sich die freie Wählergemeinschaft Bürger in Sonsbeck (BIS) das Treffen wohl gern erspart. Doch vier Monate nach der Hauptversammlung, in der die Personalien für den Kommunalwahlkampf festgelegt worden waren, lag nun ein guter Teil der Planung in Scherben: Der gemeinsame Bürgermeisterkandidat der Ratsopposition, Friedhelm Bogatka, hat, wie berichtet, seine Kandidatur zurück gezogen. Zuvor hatte die FDP, entgegen den ursprünglichen Plänen, doch noch einen eigenen Kandidaten aufgestellt.
Keine Diskussion
Wie geht's für die BIS weiter? Diese Frage galt es nun in der Mitgliederversammlung zu klären. Das Treffen war auch in zeitlicher Hinsicht außerordentlich – außerordentlich kurz nämlich. Ohne Diskussion folgte die Versammlung einstimmig dem Vorschlag des Vorstandes, auch nach dem Absprung Bogatkas keinen Bürgermeisterkandidaten aus den eigenen Reihen aufzustellen. Die BIS hielt bis zum Ende zu Bogatka, und der Vorsitzende Manfred Hegmann betonte vor den Mitgliedern erneut: "Wir hatten den richtigen Kandidaten." Für das Ausscheren der FDP gab's kein Verständnis: Nun, so die Befürchtung, könnte es so kommen wie bei den vergangenen Wahlen, dass nämlich jede Oppositionspartei "ein paar Prozent" bekomme.
Dabei müsse das gemeinsame Ziel der Opposition sein, die absolute Mehrheit der CDU im Rat zu knacken. "Das wäre ein Riesenerfolg für Sonsbeck", betonte auch der stellvertretende Vorsitzende Horst Gehrke. Man könne nur hoffen, dass die Opposition nach den Wahlen wieder zur Geschlossenheit zurück finde. Diese erreicht zu haben, sei der größte Erfolg der Fraktion unter ihrem Vorsitzenden Marten Pawlowski. Im übrigen würden die Ratskandidaten unabhängig vom Bürgermeisterkandidaten gewählt. Man könne Ratskandidaten der BIS und sehr wohl den Bürgermeisterkandidaten einer anderen Partei wählen, machte Hegmann klar. Da die SPD demnächst wohl auch einen eigenen Kandidaten aufstelle, werde es mit Leo Giesbers (CDU) und Jürgen Kühne (FDP) deren drei in Sonsbeck geben. Das reiche. Auch eine Wahlempfehlung wollte der Vorstand nicht geben.
Zu wenig Zeit für den "Ersatz"
Die Mitglieder teilten ganz die Meinung des Vorstands, dass ein neuer Kandidat stets nur "Ersatz" sein und in der Kürze der Zeit ohnehin schwer "aufgebaut" werden könnte. Zudem komme es weniger auf den Bürgermeister an, sondern auf die Zusammensetzung des Rats, dessen Beschlüsse der Bürgermeister umzusetzen habe. Dass dieser erneut Leo Giesbers heißen wird, daran gibt es auch bei der BIS kaum Zweifel. "Der Leo wird es zu 95 Prozent", schätzte Manfred Hegmann.
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