Xanten: Die Ideen liefert das Holz
VON JESSICA RÖSNER - zuletzt aktualisiert: 22.11.2009 - 20:29Xanten (RPO). Auf dem Xantener Weihnachtsmarkt sind erneut Handarbeiten und Kunsthandwerk Trumpf. Eckhard Ziegenfuß ist seit 13 Jahren mit seinen Holzfiguren dabei. Das Werkeln macht ihm ebenso Spaß wie die Gespräche mit Besuchern.
Freundlich schauen den Besuchern des Weihnachtsmarktes die Weihnachtsmännekes am Stand von Eckhard Ziegenfuß entgegen. Mit und ohne Bart, mit gerader und mit schiefer roter Mütze blicken die Gesichter in die Runde, zwischen ihnen ragen Elchgeweihe hervor, über ihnen baumeln große und kleine Sterne.
Seit 13 Jahren steht der Xantener jedes Jahr auf dem Markt und verkauft dort seine handgefertigten Arbeiten. Die Idee dazu kam ihm spontan. Als der gelernte Landwirt im Jahr 1985 seinen Hof verkaufte, überlegte er, wie er mit seinen Fertigkeiten Geld verdienen könne. Zunächst baute er Weidenpfähle und erweiterte diese um Tische und Bänke.
Weihnachtsmännekes
Sie passen auf die Handfläche oder ragen bis zu ein Meter fünfzig hoch über den Gartenzaun: Die Weihnachtsmännekes von Eckhard Ziegenfuß entstehen in vielen Stunden arbeit und sollen vor allem eine positive Stimmung verbreiten. Durch Leinöl werden sie vor der Witterung geschützt.
"Die Ideen kamen mir stets beim Arbeiten, sobald ich mich mit dem Holz beschäftigte, fielen mir neue Sachen ein", so Ziegenfuß. Seine Produkte verkaufte er auf den unterschiedlichsten Märkten. Schnell entwickelte sich ein weiteres Interesse; die Gastronomie hatte es ihm angetan. "Mir gefiel der ständige Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen", erinnert sich Ziegenfuß.
Zwölf Jahre lang war er nebenbei auf Festen tätig. Doch die Handwerkskunst blieb seine große Leidenschaft. Eines Tages wollte er etwas herstellen, was den Leuten bereits beim anschauen Freude bereitet – die ersten Laubsägearbeiten und Männekes entstanden.
"Ich bin allerdings nicht so der Künstler", sagt Ziegenfuß schmunzelnd. Und so bereitet er die Körper der Weihnachtsmänner vor, ihr Gesicht bekommen sie vom Xantener Karl-Heinz Moskwa. Bis zu 1,50 Meter werden die Figuren groß, die kleinsten passen als Glücksbringer in die Hosentasche.
Sägen, schleifen, pinseln. In einem Lager in Labbeck stellt Eckhard Ziegenfuß die Figuren her, mit Anhängern werden die riesigen Akazien-, Birken- und Lerchenstämme aus dem örtlichen Forst geholt. "Zunächst werden sie in große Scheiben gesägt", erzählt der Händler, "dann lasse ich mich von deren Form und der Maserung inspirieren".
Brauchte er zu Beginn viele Stunden um ein Stück herzustellen, so ist es mittlerweile nur noch eine halbe. Und doch sei es nicht leicht, jede Idee auf die Schnelle umzusetzen. Ziegenfuß: "Da gehen manchmal schon ein paar Holzstücke drauf, bis ich herausgearbeitet habe, was ich mir vorstellte."
Seit acht Jahren bietet der Xantener auch heiße Getränke und kleine Leckereien im selbstgebauten Zelt an. Auch die Stehtische fertigte er selbst. Seine drei Söhne und Mitarbeiter greifen ihm unter die Arme.
Ein Monat Vorlaufzeit
Einen Monat Vorlaufzeit braucht Ziegenfuß, um das Figuren-Sortiment vorzubereiten, täglich produziert er nach und steckt viel Freude in seine Arbeiten. "Umso schöner ist es natürlich, wenn den Leuten die Sachen gefallen und man darüber ins Gespräch kommt", so Ziegenfuß, der in ruhigen Minuten gerne mit den Besuchern plaudert.
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