Xanten: Die jungen Klima-Experten
VON SILKE SCHIRMER - zuletzt aktualisiert: 27.02.2007Xanten (RPO). In dem Moment stutzen die Marienschülerinnen. „Wenn es durch den Klimawandel immer wärmer wird, zeigt sich das nicht nur durch Trockenheit. In manchen Gebieten gibt es plötzlich viel zu viel Wasser“, sagt Biologe Holger Voigt.
Die Erklärung für die 9 b kommt prompt: „Durch Wärme schmelzen Gletscher.“ Für das Projekt „Klimaexpedition – Live-Satellitenbilder machen Schule“ ist Voigt für Germanwatch nach Xanten gekommen. Sein Ziel: Abstrakten Zahlen eine Gestalt geben, die Folgen der Erwärmung von 0,8 Grad in den vergangenen Jahren veranschauchlichen.
Schnell erkennt Mareike (15) in dem harmlos aussehenden weißen Gebilde, das sich auf dem Satellitenbild wie Eierschaum über das dunkelblaue Wasser legt, die Gefahr: „Das ist ein Wirbelsturm.“ Weil er rechtsherum (und nicht linksherum) dreht, steht schnell fest: zum Glück nicht in unseren Breitengraden, sondern auf der Südhalbkugel. Holger Voigt warnt: „Nicht alles was mit extremem Wetter zu tun hat, ist direkt ein Zeichen für Klimawandel. Da müsst ihr genau nachhaken.“
Sofort hat Voigt noch ein Satelliten-Bild und somit ein Beispiel, wie viele Faktoren zusammenspielen: „Innerhalb von 50 Jahren ist in Afrika ein See von der Größe NRWs auf die Größe des halben Ruhrgebiets geschrumpft – Verdunstung, intensive Nutzung, Sandsturm, wenig Regen.“ Frederike (14) rätselt, wie die Menschen jetzt an Wasser kommen, und ist von der Dimension überrascht. Für Mareike ist klar: „Wenn wir in Xanten mal einen Tag am Wochenende die Autos stehen lassen, tun wir etwas für das Klima auf der ganzen Welt.“ KOMMENTAR
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