Xanten: Die Überraschung war perfekt
VON BEATE WYGLENDA - zuletzt aktualisiert: 09.08.2010Xanten (RPO). Frank Kallenberg wollte es erst gar nicht glauben; auch seine Kameraden blickten ungläubig zum Holzvogel empor: Bereits der erste Schuss saß. Der König im 179. Schützenjahr der Schützengesellschaft Xanten war ermittelt.
Die Überraschung bei Frank Kallenberg und seinen Kameraden währte nur einen kurzen Moment, dann brach am Samstagabend am Schützenhaus der Jubel aus: Um 21.20 Uhr hatte die Schützengesellschaft Xanten einen neuen König. Ein einziger Schuss von Frank Kallenberg brachte die Entscheidung. "So ist das manchmal", erklärt Rainer Theunissen, Pressesprecher der Schützengesellschaft, "mal fällt der Vogel erst nach dem 100sten und mal nach dem ersten Schuss."
Frank Kallenberg erwählte seine Ehefrau Susanne zur Königin. Den Thron bilden Ulrike und Dr. Giesbert Seegers, Annette und Jürgen Hegener sowie Claudia und Frank Vennemann, Gabriele Gimbern mit Heiner Holt und Alexandra Specht-de Fries mit Rainer Specht.
1000 Tage Thron
Das Thronpaar Rainer und Alexandra Specht-de Fries schaut demnächst sogar auf 1000 Tage Thron. Sie gehören nämlich schon zum dritten Mal hintereinander zum Gefolge.
Umso bemerkenswerter erscheint die Leistung des neuen Königs, Anbetracht dessen, dass sich das vorangehende Preisschießen besonders lange hingezogen hatte. "Der Vogel wehrte sich heftig", so Rainer Theunissen.
Letztlich konnte aber Frank Vennemann den ersten Preis ergattern, gefolgt von Klaus de Fries, der seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Schützengesellschaft feiert, und Michael de Fries, dem König 2008.
Erst kurz vor dem Königsschießen wurde Frank Kallenberg als einziger Königsaspirant bekanntgegeben. Dieser kommt aus der zweiten Kompanie, die schon während der Feier ihre Siegessicherheit bekundete. "Man muss die Gerüchteküche etwas brodeln lassen", bemerkte Heinz Roters, Hauptmann der ersten Kompanie, vorab. Er war sich, wie alle anderen Schützen, jedoch sicher, dass es einen Kandidaten geben wird. "Bisher hat sich immer jemand gefunden", betonte er. Der letztjährige König Christian de Fries hätte sich gewünscht, dass die Ehrung in seiner, der ersten Kompanie, bleiben würde. In einer Ansprache motivierte er seine Kameraden zur Aufstellung: "Es ist unsere Aufgabe, den König zu machen."
Wettbewerbsgedanke
"Es gibt immer einen gewissen Wettbewerbsgedanken", erklärte Heinz Roters. "Doch nachdem der letzte Schuss gefallen ist, vereinigen wir uns wieder zu einer Gesellschaft und umjubeln den neuen König."
So war es dann auch: Gemeinsam feierten die Schützen noch bis tief in die Nacht den neuen König, das neue Schützenjahr und vor allem ihre Kameradschaft – ganz nach dem Vereinsmotto "Ordnung, Eintracht und Frohsinn".
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