Xanten: Die Zwiebel macht's
VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 15.01.2010Xanten (RPO). Die Kälte macht auch den Marktbeschickern zu schaffen. Sie wissen sich aber zu helfen. Fast überall stehen moderne Gasöfen. Und die Kleidung muss passen: Mehrere Schichten schützen den Körper.
Streupflicht
Laut Satzung der Stadt Xanten müssen auch die Anlieger vor ihren Häusern einen begehbaren Weg freihalten. Der, so Hans-Joachim Schnur vom Ordnungsamt, muss 1,50 Meter breit sein.
Außendienstmitarbeiter prüfen auch wiederholt das Einhalten der Regel und mahnen das Räumen und Streuen auch an.
Die Kälte ist unangenehm, und die Besucherzahl auf dem Markt überschaubarer als sonst. Aber immerhin: "Wir sind endlich wieder auf dem Markt, das Geschehen bis Weihnachten auf der Straße Karthaus und hinter der Stadtbücherei war grausam", sagt Leo Weyers. Der Blumenhändler aus Kranenburg lädt Besucher allein schon durch sein Vorzelt zum Besuch (und Kaufen) ein. Es ist richtig schön warm. Zwei Gasöfen sorgen dafür. Und auch den Tulpen tut das gut. "So bis ein Grad Minus halten die es meist aus", weiß der Fachmann. Aber auch das müsse man ja nicht ausprobieren.
Getränke wärmen von innen
Auch bei Ludger Rüttermann schräg gegenüber sorgt ein Gasofen für etwas erhöhte Zelt-Temperatur. "Muss auch", sagt der Xantener. Besonders an Salat und Tomaten dürfe kein Frost. "Sonst kann ich die sofort wegwerfen." Zu große Wärme allerdings ist auch ungesund. "Warme Getränke machen's", sagt Rüttermann. Und warme Kleidung. Das müsse man handhaben wie die Zwiebel, weiß der Gemüsehändler aus Erfahrung.
Wärmende Grillhähnchen
Will heißen: Schicht und noch eine Schicht und noch eine . . . Socken, Strumpfhose, Skisocken und größere Schuhe für die Füße, zählt seine Kollegin Magdalene Weber im anderen Markt-Gang auf. Zu der Strumpfhose, so die Sonsbeckerin, kommen dann noch eine Thermohose und eine warme Hose oben drüber. Auch bis zum dicken Anorak gibt es mehrere Bekleidungsstücke. "Und den Schal nicht vergessen!" raten Angelika Schattmann und Angelika Langenberg vom Geflügelhof Ingenbleck und Schattmann. Sie haben es zumindest im Rücken immer schön warm. Da bruzzeln die Grillhähnchen vor sich hin.
Kaum ein Stand kommt auf dem Xantener Markt allerdings ohne Zusatz-Ofen aus. Bekleidungsverkäuferin Aisha Radtke ist die Ausnahme. "Warme Getränke, warme Kleidung und warm reden" ist ihr Rezept für kalte Tage. Nur mit festgetrampelten Schnee vor ihrem Stand kommt sie gar nicht zurecht.
Der Ruf nach dem Einsatz von Salz bleibt allerdings unerhört. "Wir haben nach wie vor keins", sagt Bauhof-Chefin Ulrike Langenberg. Splitt sei gestreut worden, aber offensichtlich schon wieder verweht. Jetzt soll einmal mehr geräumt werden. Glücklich ist auch Ulrike Langenberg nicht mit der Lage. "Aber wo wir räumen müssen, tun wir das. Es geht halt nicht besser."
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