Xanten: Dombauverein dankt Spendern
zuletzt aktualisiert: 26.06.2009Xanten (RPO). Es ist geschafft. Dombauverein und Volksbank Niederrhein haben ihre Aktion "Aus eins mach zwei" offiziell beendet. Und zwar erfolgreich. Das Geld, das für eine Restaurierung wertvoller Domfenster aufgebracht werden musste, ist zusammen. 67 000 Euro aus Denkmalschutzmitteln wurden seinerzeit von der Bezirksregierung bewilligt, unter der Voraussetzung, dass der Dombauverein die gleiche Summe aufbringt. Dank Eigenmitteln, Spenden und der Hilfe der Volksbank Niederrhein ist dies gelungen. Sie versprach nämlich, jeden gespendeten Euro zu verdoppeln – "aus eins mach zwei" eben.
Rund 10 000 Euro sind insgesamt gespendet worden, freute sich gestern Hans-Wilhelm Barking, erster Vorsitzender des Dombauvereins, der allen Spendern dankte. Die Freude war umso größer, als Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein, gestern weitere 5000 Euro für die Fenster ankündigte. Das Geldinstitut verstehe sein Engagement als Bekenntnis zur Region: "Wir sind nunmal eine Regionalbank." Man wolle die Ausgaben für Sport und Kultur bewusst nicht zurück schrauben.
Das Geld aus dem Glasprogramm des Dombauvereins ist in die Restaurierung und Konservierung des "Mutter-Gottes-Fensters" in der Sakristei und die Schutzverglasungen von insgesamt drei Fenstern in der Sakristei geflossen. Außerdem ist die Sanierung des "Passionsfensters" im Chor im Gange. Zwei Fenster aus der Sakristei wurden ausgebaut und erstmal eingelagert. Für ihre Restaurierung sowie die vieler weiterer Fenster fehlt weiterhin das Geld. "Wir werden uns etwas Neues einfallen lassen müssen", meinte Barking. Der kunsthistorische Wert vieler Domfenster ist immens. Die in der Sakristei stammen aus dem 15. Jahrhundert und sind Produkte einer Kölner Malschule, die auch im Kölner Dom gearbeitet hat. "Die Fenster haben eine unglaubliche Leuchtkraft", schwärmte Restauratorin Gerlinde Möhrle. Sie säubert das Glas, entfernt Spuren früherer Reparaturen, klebt Glasstücke mit einem Spezialharz zusammen. Die restaurierten Fenster werden wie bereits das "Mutter-Gottes-Fenster" vor die Schutzverglasung gehängt – so ähnlich wie ein Bild an der Wand. Sie sind somit nicht mehr die "Außenhaut" des Doms und daher vor Umwelteinflüssen geschützt. Wie Johannes Schubert, Leiter der Dombauhütte, ausführte, führt der Schutz aus Thermo-Glas aber zu neuen Problemen: Weil die Luftdurchlässigkeit des Gebäudes abnimmt, könnte sich Feuchtigkeit an den Altären oder Bildern niederschlagen. Die klimatischen Auswirkungen werden demnächst wissenschaftlich untersucht.
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