Xanten: Ein komplett neues Thermalbad
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 20.06.2007Xanten (RPO). Der FZX-Verwaltungsrat tagte gestern Abend in Xanten. Ergebnis des Gesprächs: Das Nibelungenbad soll komplett abgerissen und durch ein Thermalbad ersetzt werden. Prognostizierte Kosten: 20 Millionen Euro.
Südsee unberührt
Die drei Varianten hat die FZX-Geschäftsführung zusammmen mit den Planern des Planteams Ruhr, Ing-Büro Möller + Meyer erarbeitet.
Der Bau eines Thermalbads hätte für den Betrieb des Freibadbetriebs in der Xantener Südsee keine Auswirkungen.
Erfolgreich nach Thermalwasser bohren, schnell einen Investor finden, danach das Nibelungenbad in Wardt komplett abreißen und dann für 20 Millionen Euro ein neues Thermalbad an der selben Stelle errichten – auf diese Idealvorstellung einigte sich gestern Abend der Verwaltungsrat der Freizeitzentrum Xanten GmbH (FZX). Das Gremium beauftragte das Gesellschafter-Trio – Stadt Xanten, Kreis Wesel und Regionalverband Ruhr (RVR) – eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben und nach potenziellen Geldgebern zu suchen bzw. rasch Gespräche mit ihnen zu führen. „Bis Ende des Jahres müssen wir zu Potte kommen“, sagte gestern Abend Dieter Wewer, RVR-Geschäftsführer.
Nägel mit Köpfen machen
Der Verwaltungsrat will Nägel mit Köpfen machen. Wewer: „Das Nibelungenbad ist unser Sorgenkind. Es hat allein 2006 440 000 Euro Miese gemacht. Deshalb müssen wir was tun.“ Drei Varianten sind diskutiert worden, wobei man sich letztendlich für die weitestgehende entschieden hat. Die Möglichkeit, den jetzigen Bauzustand des Bades zu erhalten und lediglich technisch anzupassen (ca. 6,6 Millionen Euro), legten die Verantwortlichen schnell ad acta. Ebenso den, die Umwandlung in ein Thermalbad mit kleineren baulichen Anpassungen sowie die Möglichkeit, später eine zweite Etage aufzusetzen (16,6 Millionen Euro). „Abriss und Neubau seien auch deshalb zu empfehlen, weil das Thermalbad mit Wellness-Ausstattung laufen solle, was wiederum spezielle bauliche Anforderungen mit sich bringe, sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Bruno Sagurna. Auch einen Hotelkomplex wünschen sich Planer, wobei der derzeit völlig außen vor sei.
Nicht mit Tankwagen
Alles steht und fällt nun aber mit der Frage, ob überhaupt eine Thermalquelle angezapft werden kann oder nicht. „Wir denken nicht daran, das Wasser mit Tankwagen hierher zu fahren“, sagte Hans-Werner Schröder, Geschäftsführer für den Kreis Wesel. Ein Gutachten beim Geologischen Dienst des Landes NRW sei bereits in Auftrag gegeben; bisher liege die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent. „Es sieht aber gut aus“, so Sagurna. Ein negatives Ergebnis würde allerdings auch die komplette Planung zu Fall bringen.
Ganz entscheidend ist auch, dass ein privater Investor gefunden wird. Der Verwaltungsratsvorsitzende: „Die öffentliche Hand kann das nicht leisten, weil die Kassen der Kommunen leer sind.“ Der Verwaltungsrat will den finanziellen Aufwand künftig eher senken, keinesfalls anheben.
Einig sind sich die Beteiligten, dass ein Thermalbad wirtschaftlich geführt werden könne. Das nächste Bad dieser Art sei im niederländischen Arcen (ca. 40 Kilometer von Xanten entfernt). Insbesondere sei die Anlage in Wardt für das westliche Ruhrgebiet und das westliche Westfalen interessant.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




