Sonsbeck: Ein leuchtender Weihnachtsgruß
zuletzt aktualisiert: 19.12.2011Sonsbeck (RP). Ganz vorsichtig ließ Ursula Bull das Teelicht in den Kerzenhalter ihrer Engelfigur gleiten. Und lächelte, als es gelang, ohne dass die Flamme erlosch.
Dieses Licht hatte sie gerade von den Pfadfindern erhalten, die am Sonntag im Sonsbecker Ortskern von Tür zu Tür zogen, um das Friedenslicht zu verteilen. "Ich glaube, dass sich gerade in der Weihnachtszeit viele Menschen über das Licht, das in der Geburtsgrotte Jesu entzündet wurde, freuen", erklärte Benedict Pötters im Vorfeld.
Die größte Friedensbewegung
Bisher hatten die Sonsbecker Scouts das Friedenslicht ausschließlich in einem von ihnen gestalteten Gottesdienst verteilt. "Aber damit erreicht man nur einen geringen Teil der Gemeinde", so Kuratin Tatjana Pollmann. Daher entschloss sich der Stamm, das von Bethlehem über Wien und Köln nach Sonsbeck geholte Licht in diesem Jahr erstmalig den Menschen ins Haus zu bringen. "Wir möchten unterstreichen, dass wir als Pfadfinder die größte Friedensbewegung sind. Da ist das Licht ein schönes Symbol", so Pötters.
In zehn Bezirke hatten die Pfadfinder den Ortskern für ihre Aktion aufgeteilt. Juffi Luca, die Wölflinge Henri und Marek, Rover Nora sowie die beiden Leiter Helena und Christian schellten an einigen Türen vergeblich, bis sich das erste Fenster des Morgens auftat. Schließlich war es Sonntagmorgen, mancher in der Kirche, andere noch im Traumland. Während die Älteren die Erklärungen übernahmen, entzündeten die Jüngeren die von der Sonsbeckerin herbeigeholte Kerze und setzten danach ihr Licht vorsichtig zurück in den Windschutz.
Nicht alle Gruppen waren mit einer Laterne unterwegs, teils standen die Teelichter in großen Einmachgläsern. Sicherheitshalber immer im Viererpack, falls mal eine Flamme erlischt. Im Fuxbau der Pfadfinder, brannte derweil die Hauptkerze, an der die Flammen immer wieder hätten entzündet werden können.
"Kommen Sie mal rein . . ."
"Ungewohnt", empfand Jule das Wandern von Tür zu Tür. "Aber ich finde es nicht schlimm, denn wir vermitteln ja nur Gutes." Die 16-Jährige war mit Judith (15), Pia (15) sowie Benedict unterwegs. Die Reaktionen der Sonsbecker hätten nicht unterschiedlicher sein können.
Manche waren vorbereitet, hatten die Kerze schon griffbereit. Andere hatten von der Aktion des Bethlehem-Lichtes noch nie gehört, die nächsten freuten sich über die Überbringer. "Das ist ja schön. Kommen Sie mal rein, da ist es wärmer", wurden sie beispielsweise bei Familie Gesthuysen begrüßt.
Die den Friedenslichtüberbringern bereitwillig gegebenen Spenden für die Stammesarbeit sowie den Erhalt des Fuxbaus ließen sich die jungen Leute gerne in die Spendendosen stecken, bevor es gegen Mittag zum Aufwärmen in den Fuxbau ging.
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