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Xanten: Eltern brauchen Unterstützung

VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 27.01.2011 - 15:20

Xanten (RPO). Eltern haben zunehmend Schwierigkeiten im Erziehungsbereich. Begründet liegt das oft in veränderten Familienstrukturen. Familienzentren bieten Hilfe und Begleitung für Kinder und Erwachsene auch im Bildungsbereich und besonders auch für Zuwanderer.

Susanne Hurkens (Dritte von links) mit ihrem Miniclub. An den Liedern und Spielen hat auch Fatma Aydin (hinten rechts) Spaß. Die 42-Jährige Mutter (zwei Kinder) stammt aus Ostanatolien, kam 1976 nach Duisburg und hat dort am Nord-Berufskolleg eine Doppelqualifikation erworben: Erzieherin und Allgemeine Hochschulreife. Seit 1997 leitet sie die Xantener Awo-Einrichtung an der Heinrich-Lensing-Straße.  Foto: RPO
Susanne Hurkens (Dritte von links) mit ihrem Miniclub. An den Liedern und Spielen hat auch Fatma Aydin (hinten rechts) Spaß. Die 42-Jährige Mutter (zwei Kinder) stammt aus Ostanatolien, kam 1976 nach Duisburg und hat dort am Nord-Berufskolleg eine Doppelqualifikation erworben: Erzieherin und Allgemeine Hochschulreife. Seit 1997 leitet sie die Xantener Awo-Einrichtung an der Heinrich-Lensing-Straße. Foto: RPO

Die Mütter sind begeistert bei der Sache: "Große Uhren machen Ticktack" und das Ferienclublied "Aramsamsam " samt gulligulli und Arabi schallen durch den Raum. Die dazugehörigen Arm- und Beinbewegungen übertragen sie auf ihre Kleinkinder. Die sind nicht einmal zwei Jahre alt, aber in den meisten Fällen doch angeregt bei der Sache. Miniclub nennt sich das Geschehen im Awo-Familienzentrum in Xanten. Sie gehört zu jenen Einrichtungen, die neben der Ganztagsbetreuung für Kinder auch Eltern mit Rat und Tag begleitet. In Rheinberg, Xanten, Alpen und Sonsbeck sind weitere sieben Zentren entstanden – mit unterschiedlichen Angeboten. Wir haben uns stellvertretend in Xanten umgesehen

Ein wichtiger Termin

Der Miniclub ist beliebt. Er bietet Müttern einmal in der Woche Gelegenheit, ihre Kinder miteinander spielen zu lassen und sich gegenseitig auszutauschen. Für die meisten Teilnehmerinnen ein wichtiger Termin: "Ich komme mal raus, kann mich hier auch mal unterhalten", sagt Daniela Reiß. Als Alleinerziehende mit zwei Kindern sei das bisweilen schon schwer.

Der Miniclub und der wöchentliche Maxiclub – da sind zwei- und dreijährige Kinder mit von der Partie – wird von Susanne Hurkens geleitet. Sie ist Erzieherin und bei der Familienbildungsstätte der Arbeiterwohlfahrt tätig, die ein wichtiger Bestandteil des umfangreichen Angebots des Hauses an der Heinrich-Lensing-Straße ist. "Wir haben zahlreiche Kooperationspartner, die uns helfen, unseren Auftrag zu erfüllen", sagt die Leiterin des Familienzentrums, Fatma Aydin. Der Auftrag, das ist die frühe Betreuung und Bildung von Kindern sowie die Unterstützung von Eltern in Alltags-, Erziehungs- und Bildungsfragen. "Wir kommen an der Tatsache nicht vorbei, dass sich die Familienstrukturen geändert haben und dass viele Elternpaare und Alleinerziehende mehr oder weniger große Schwierigkeiten bei der Erziehung haben", sagt die 42-jährige Leiterin der Einrichtung, die seit 1997 im damaligen Kindergarten und jetzt im Zentrum verantwortlich tätig ist. Das sei "auf dem Land" nicht anders als in Großstädten. Auch in Xanten gebe es eine ganze Reihe von benachteiligten Familien, auch von Menschen mit Migrationshintergrund, die sich in der Gesellschaft zunächst nicht zurechtfinden. Und – nicht unwichtig: "Darüber hinaus bieten wir auch Müttern nach der Kinderphase die Möglichkeit, wieder in den Beruf einzusteigen."

Möglichst gesund (und frisch) kochen: Erzieherin Elke Hilscher (l.) unterstützt Köchin Leyla Karatas bei den Vorbereitungen. Foto: RPO

Möglich wird das durch eine Ganztagsbetreuung der Kinder vom Babyalter an. Schon drei- und viermonatige Kinder können im Kindertagesstättenbereich von morgens 7.30 bis abends um 17.30 Uhr betreut werden. 16 von 53 Kindern gehören zu der sogenannten U 3-Gruppe – zu einem überwiegenden Teil von Eltern oder Elternteilen, die darauf angewiesen sind, weil sie sonst nichtberufstätig sein könnten.

Die niedrige Hemmschwelle

Daneben aber kümmert sich die Einrichtung intensiv auch um die Eltern – von der Erziehungsberatung bis zum Deutschkurs, von der Integrationsarbeit bis zu Gesundheitsfragen. Und sie sorgt schon ganz früh darum, dass solche Kontakte aufgebaut werden können. Im Miniclub zum Beispiel, in dem meist Bewegungsspiele, oft aber auch Fingerfarbenmalen und ein klein wenig Basteln auf dem Programm stehen. "Auch durch solch ein Angebot wird die Hemmschwelle gesenkt", sagt Fatma Aydin. "Wir können helfen, man muss uns nur lassen."

Foto
Frisch gewickelt: Claudia Behrer und der 21 Monate alte Per. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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