Xanten: Es wird wieder gespielt
VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 22.10.2009Xanten (RPO). Ausleihzahlen in der Xantener Stadtbücherei und Zufriedenheit im Handel: Brettspiele kommen wieder auf den Tisch – in vielen neuen Varianten und in Dauerbrennern. Oft stehen Film, Buch oder PC-Spiele Pate.
Es ist Spielzeit – gleich um die Ecke. Von heute bis zum Sonntag pilgern Jung und Alt in die Messehallen in Essen. Im vergangenen Jahr lockten die Internationalen Spieletage in nur vier Tagen 150 000 Besucher an. Spielen ist wieder angesagt – auch in Xanten.
Fürs Wochenende eindecken
Das sagen jedenfalls zwei, denen man nun wirklich keine Voreingenommenheit nachsagen kann. Maria Loewen und Gerda Jansen. Die beiden Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei an der Karthaus berichten jedenfalls von guten Ausleihzahlen. Und das betrifft die ganze Palette – von den ausgesprochenen Lernspielen, die Grundschülern ein besseres Verständnis der Sprachen und der Mathematik versprechen, bis zu den abendfüllenden Wissens- und Strategiespielen. "Besonders an Freitagen und Samstagen", so hat die für die Bücherei zuständige Beigeordnete Karin Welge festgestellt, "kommen ganze Familien, um sich für das Wochenende einzudecken." Die bekennende Spielefreundin kennt sich mit den klassischen Rommeekarten ebenso aus wie mit den artverwandten Rummikub-Plättchen. "Spieleabende", so Karin Welge, "fördern Geduld, den Umgang miteinander – und den Zusammenhalt".
Die "Spiel"
Die Internationale Spielemesse "Spiel" ist von heute bis Samstag jeweils von 10 bis 19 Uhr, am Sonntag, von 10 bis 18 uhr geöffnet.
Der Eintrittspreis 11,50, erm. 8,50 bzw. 6,50 Euro pro Tag.
67 Aussteller aus 31 Nationen zeigen in den Essener Messehallen Hunderte von Neuheiten aus allen Bereichen des Spiels.
Das Gedächtnistraining
Dabei kommt keineswegs jedes Spiel in jeder Spielerzusammensetzung an. Den Dauerbrenner Siedler von Catan, den es inzwischen in zig Varianten gibt, spielt Welge zwar mit, aber wenn sie aussuchen kann, darf es statt Carcassonne auch Trivial Pursuit sein. Wissen ist halt Macht. Manchmal gibt es schöne Ausreißer. Den Denk-Krimi Think, eine Art Gedächtnistraining für Hobby-Kriminalisten mit Monopoly-Ereignis-Karten, ist – das geht schon aus den massenhaften Ausleihdaten der Stadtbücherei hervor, selten "zu Hause". Und wer es liebt, Bücher oder Filme auf den Wohnzimmertisch zu bekommen, der deckt sich sicher zumindest einmal mit Tintenherz, Säulen der Erde, Der Herr der Ringe und den Jack-Sparrow-Nachahmer Karibikpiraten ein. Und es sind gar nicht mal wenige, die sich nicht mit einem Büchereiausweis, sondern mit Geld am Spiel beteiligen. Monika Waschheck, Inhaberin des Xantener Kinderparadieses, kann die Renaissance des Spiels – abseits der PC-Consolen – durchaus bestätigen. Die Spiele des Jahres, so weiß sei, gehen immer. Also Dominion zum Beispiel oder Das magische Labyrinth. Eine Raffinesse: Mit dem ersten elektronischen Brettspiel wurde im vergangenen Jahr offensichtlich eine Lücke geschlossen. Außerdem geht es immer mehr in verschiedene Ebenen, weiß Monika Waschheck. Neben den Klassikern wie Monopoly (neu: Monopoly Börse) ist allerdings in Xanten ein noch recht frischer Renner auszumachen: Make 'n' Break – dreidimensionales Tetris auf Zeit. Inzwischen gibt es die dritte, verschärfte Version. Dass für ein gutgemachtes Spiel immer gut 30 und mehr Euro fällig sind, stört offenbar nicht. Günstiger geht es auch: Phase 10, ein Kartenspiel für Schnelle. "Das", so rechnet die Spielwarenexpertin vor, "dürfte eigentlich jeder Haushalt in Xanten gleich vielfach haben."
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