Xanten: Fastentuch und Aschenkreuz
VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012Xanten (RP). Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Vorbereitungszeit auf das "Triduum", jene drei Tage an denen des Leidens und Sterbens Jesu so wie der österliche Auferstehung gedacht wird.
Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Vorbereitung auf die österlichen Feiertage. Die Bußzeit zeichnet sich durch Fasten, Gebet und Werke der Nächstenliebe aus. Sie endete mit den Tagen des Gedenkens an das letzte Abendmahl (Gründonnerstag) sowie das Leiden und den Tod Jesu am Kreuz (Karfreitag). Ostern feiern die Christen das Fest der Auferstehung.
Äußeres Kennzeichen des Aschermittwochs ist das Aschenkreuz, das die katholischen Priester den Gläubigen heute mit den Worten "Gedenke, o Mensch, dass Du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst" auf die Stirn setzen. Für diese Asche werden Palmsträuße verbrannt, die am Palmsonntag gesegnet worden waren.
Eine Angelegenheit, die der Xantener Küster Bruno Müller gestern Morgen erledigte. Mitdenken ist angesagt: Bereits an jenem Sonntag des vergangenen Jahres, an dem an den umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem erinnert wurde, musste er eine "gehörige Menge" zur Seite legen. "Erfahrungssache", sagte Müller, während er ein Sträußchen nach dem anderen in Flammen aufgehen ließ und die Asche in ein Glas füllte. Später am Nachmittag wurde dann auch das Fastentuch im Chor des Doms aufgehängt.
Aschenkreuz
Das Aschenkreuz wird heute und morgen am Ende folgender Messen in Xanten und Sonsbeck gespendet:
Heute, Aschermittwoch, 22. Februar
St. Viktor Xanten 8 und 19 Uhr
St. Pantaleon Lüttingen 8.45 Uhr
St. Mariae Himmelfahrt Marienbaum 9 Uhr
St. Martin Vynen 8 Uhr
St. Willibrordt Wardt 9.15 Uhr
St. Maria Magdalena Sonsbeck 8.15, 18.30 Uhr
St. Antonius Hamb 9 Uhr.
Morgen, Donnerstag, 23. Februar St. Viktor Birten 8 Uhr.
Längere oder kürzere Fastenzeiten, so der Xantener Dompropst Klaus Wittke, gebe es in vielen Religionen. Im Judentum wurde und wird der Versöhnungstag (Jom Kippur) mit einem 25-stündigen Fasten begangen. An diesem Tag bekennt das ganze Volk seine Schuld. In den frühen Jahren des Christentums mussten Menschen, die schwer gesündigt hatten, also gemordet oder Ehebruch hatten und vom Glauben abgefallen waren, öffentlich Buße tun. Sie trugen ein Bußgewand, wurden mit Asche überstreut und vorübergehend aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Der Islam kennt Fasten als eins der fünf großen Gebote. Im Ramadan darf von Sonnenauf- bis -untergang nicht gegessen werden.
Der bewusste Verzicht
"Von der öffentlichen Buße wurde im Christentum später Abstand genommen", berichtet Wittke, Bußübungen, also der bewusste Verzicht auf Völlerei, dazu die Versenkung im Gebet und die bewusste Zuwendung zu den Armen allerdings gehören weiter zur österlichen Vorbereitung.
"Wir wollen uns selbst zurückzunehmen und Gott in unserem Leben mehr zum Tragen kommen zu lassen", erklärt der Propst. In der evangelischen Kirche soll die Aktion "7 Wochen Ohne" dazu beitragen, den Menschen zum Wesentlichen zu bringen.
"Das kann gelingen", betont der Dompropst, der ein Beispiel aus dem Sport heranzieht. "Fußballspieler", so sagt er, "trainieren das ganze Jahr über. Vor wichtigen Spielen oder Turnieren geht es aber ins Trainingslager."
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