Xanten: Feuerwehr: Information ist alles
VON RICHARD LUCAS-THOMAS - zuletzt aktualisiert: 03.10.2006Xanten (RPO). Begehungspläne wie für das Unternehmen Schwartz hat die Xantener Feuerwehr für alle großen Objekt. Doch die Wehr wünschte sich noch mehr Übungsmöglichkeiten, wie deren Sprecher Theo Neu gestern erläuterte.
Ein technischer Defekt hat den Großbrand bei Schwartz Technical Plastics ausgelöst (RP v. 2. Oktober). Zu diesem Schluss ist der Brandsachverständige gekommen, der von den Beamten der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung bei der Ursachenforschung hinzugezogen worden ist. Hinweise für eine andere Ursache – so die Polizei gestern – ergaben sich nicht. Konkretere Feststellungen seien aufgrund des hohen Zerstörungsgrades in der Produktionshalle nicht mehr möglich. Die Stahlkonstruktion des Hallendaches wurde durch die Hitzeeinwirkung in Mitleidenschaft gezogen. Es bestehe Einsturzgefahr.
Pläne von größeren Objekten
Dachstuhlbrand
Nach dem Großbrand im Gewerbegebiet waren am späten Sonntagabend wieder 60 Feuerwehrkräfte in Obermörmter am Papenweg im Einsatz, darunter auch Trupps mit Atemschutzgerät und die Drehleiter. Der Einsatz dauerte drei Stunden.
Mit der Wärmebildkamera wurden Brandnester aufgespürt.
Der Sachschaden wird in einer ersten Meldung mit 70 000 Euro beziffert.
Wie gestern bereits berichtet, konnte die mit dem Firmengelände vertraute Feuerwehr die Umgebung des Unternehmens schnell sichern und das Feuer bereits nach 50 Minuten unter Kontrolle nehmen. Feuerwehrsprecher Theo Neu: „Wie von Schwartz, so haben wir von allen größeren Objekten in Xanten die Pläne in der leitstelle und auf dem Einsatzwagen.“ Dazu gehören insbesondere der Xantener Dom, das Stiftsarchiv und das neue Stiftsmuseum sowie alle Altenheime und das Krankenhaus.
Wunsch der Feuerwehr sei – so Neu –, dass mehr Unternehmen Feuerwehrübungen auf ihren betriebsgelände erlaubten. Neu erinnerte an ein Feuer vor einigen Jahren in der Innenstadt. Da habe das Gotische Haus deshalb gerettet werden können, weil die Eigentümerin Konstanze Riemann die Feuerwehr von sich aus früh genug zur Betriebsbesichtigung eingeladen hatte. Neu: „Da wussten wir auch sofort, wie der Einsatz ablaufen kann.“ An dieser Form des vorbeugenden Brandschutzes beteiligen sich bereits einige Firmen. Theo Neu nennt die Firma Hopmann, den Wohnpark und die NGW, auf deren Kavernengelände regelmäßig geübt werde. Lobend erwähnt Neu auch das St. Josef Hospital. „Über das Krankenhaus sind wir gut informiert.“
Blitz schlug in Wohnhaus
Auf Schnelligkeit geprüft wurde die Feuerwehr übrigens am Sonntagabend, als der Großeinsatz im Gewerbegebiet noch nicht verkraftet war: Um 22.22 Uhr alarmierte die Kreisleitstelle, dass der Blitz in ein Einfamilienhaus am Papenweg in Obermörmter eingeschlagen war. Der Dachstuhl stand in Flammen. Weil zwei Menschen im Wohnhaus vermutet wurden, kam der Alarm für die Löschgruppen Vynen, Marienbaum und Wardt sowie für den Löschzug Xanten.
Die Befürchtung, dass sich noch Menschen im Haus aufhalten könnten, bestätigte sich nicht. Doch der gesamte Dachbereich brannte aus. Um das Feuer gezielt bekämpfen zu können, setzte die Feuerwehr auch die Drehleiter ein und deckte das Dach ab.
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