Xanten: Fotos zeigen das alte Orsoy
zuletzt aktualisiert: 12.06.2007Xanten (RPO). Orsoy Das alte Orsoy steht am nächsten Wochenende im Mittelpunkt einer außergewöhnlichen Aktion im alten Festungsstädtchen. Worum es wann und wo geht – das erfuhr RP-Redakteur Uwe Plien gestern von Heinz van de Linde, einem der Protagonisten.
Herr van de Linde, was passiert am Wochenende in Orsoy?
Heinz van de Linde Im Schrebergarten von Brunhild und Heinz Münster, zwischen Binsheimer Straße und Rheindamm gelegen, werden alte und seltene Fotos Orsoyer Motive zu sehen sein.
Was sind das für Fotos?
van de Linde Sie stammen zu einem Teil von Ewald Steiger aus Moers, der Hoffotograf des letzten deutschen Kaisers und mit der Familie meines Freundes Heinz Münster verwandt war. Der ist selbst Hobbyfotograf und ist im Besitz alter Negative. Er hatte die Idee, diese Fotos zu zeigen und hat mit viel Aufwand davon Fotos abgezogen. Ungefähr 50 Orsoy-Motive werden zu sehen sein.
Sie sprachen von seltenen Motiven.
van de Linde Ja. Die Fotos geben eine schöne Übersicht über das Orsoy der zwanziger und dreißiger Jahre. Es sind schöne Rheinpartien und Straßenansichten, aber beispielsweise auch Innenansichten alter Orsoyer Kneipen dabei. Vieles hat man so nie sehen können. In der Atmosphäre des Gartens ist das sicher eine Besonderheit. Man könnte sagen: Fotos zwischen Apfelbäumen und Salatbeeten.
Was ist Ihr Part bei der Veranstaltung?
van de Linde Ich werde die Fotogalerie mit Orsoy-Gedichten garnieren. Einige werde ich auch vortragen. Zudem biete ich kleine Führungen durch den Ort an. Sie werden etwa eine Dreiviertelstunde dauern.
Bei diesen Führungen hat Sie lange Zeit Marga Härter begleitet. Ist Sie jetzt auch dabei?
van de Linde Weil Ihr das Laufen schwer fällt, macht Sie die Führungen nicht mehr mit. Aber einige schöne Proben Orsoyer Platts kommen am Samstag und Sonntag aus ihrem Mund.
Wann genau findet die Aktion statt?
van de Linde Am Samstag, 16. Juni, und am Sonntag, 17. Juni, jeweils ab 11 Uhr. Der Weg zum Garten der Münsters ist ausgeschildert.
Sie sind gebürtiger Orsoyer, leben aber seit langem in Goch.
van de Linde Als Lehrer habe ich in Alpen, Budberg, Hattingen, Bochum und dann 23 Jahre bis zu meiner Pensionierung in Kevelaer unterrichtet. Seit 1980 lebe ich in Goch. Nach Orsoy werde ich wohl nicht mehr zurückkehren. Vielleicht brauche ich diese Distanz, um über Orsoy erzählen zu können.
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