Xanten: Für Kloster Mörmter
VON RICHARD LUCAS-THOMAS - zuletzt aktualisiert: 14.11.2006Xanten (RPO). Nach dem Basar: In den Bauernschaften Mörmter-Ursel-Willich und darüber hinaus schließen sich die
Familien zusammen. Die Menschen wünschen sich den Erhalt des Klosters Mörmter. Tenor: „Unser Zuhause !“Mörmter Gestern Morgen rückte der Aufräumtrupp ins Kloster ein: Die Nachbarschaften bauten ab, was für den Klosterbasar am Wochenende aufgebaut worden war. Tische und Stühle mussten verstaut und die klösterliche Ordnung wieder hergestellt werden. Wie immer, wenn es im Kloster etwas zu tun gibt, sind die Aufgaben über alle Nachbarschaften auf viele Schultern verteilt. Gestern war’s dann doch noch etwas anders. Die sich als Klostergemeinde empfindenden Familien in den Bauernschaften schließen sich zur Initiative für den Erhalt von Kloster Mörmter zusammen. Den aktuelle Impuls zur Initiative gab der Klosterbasar vom Wochenende (die RP berichtete). Der außerordentliche Andrang an beiden Tagen hat die Aktiven der Klostergemeinde beeindruckt. Marianne van den Boom von der Frauengemeinschaft Xanten: „Wir wurden immer wieder nach dem Schicksal des Klosters befragt. Und wir haben immer wieder gesagt, dass wir nicht aufgeben werden.“
Unterschriftenliste
Abgeräumt war die Kuchentheke beim Klosterbasar bereits Sonntag um 14.30 Uhr. Die „Klostergeister“ orderten frischen Nachschub und warfen in ihrer Not die Waffeleisen an.
Unterstützt wird die Initiative für das Kloster Mörmter von Bürgermeister Strunk, der selber in Willich wohnt.
Erhofft wird in den Bauernschaften ein Besuch des Bischofs, um funktionierende Kirche zu belegen. Eine Unterschriftenliste wird vorbereitet.
Abgewartet wird der Bericht von Franziskanerpater Stephan, der bis Ende November in Brasilien ist
„Das Kloster ist unsere Heimat“
„Das ist unsere Heimat und die Heimat unserer Väter“, sagt Landwirt Karl Leurs. „Wenn’s um die Initiative für das Kloster geht, steh ich mittendrin.“ Muss er auch, denn Karl Leurs steht nicht alleine. Marianne van den Boom bekräftigte gestern: „Ich kann viele Menschen benennen, die für den Erhalt des Klosters bis zum Bischof nach Münster gehen werden.“ Marianne van den Boom ist in die Klostergeschichte hineingewachsen. Der Vater ihres Ehemannes hat noch Spanndienste beim Bau des Kloster der Franziskaner geleistet. Sie weiß: „Die Bauern hier haben alle hart für das Kloster gearbeitet.“ Und für sie selber ist das Kloster „Heimat und Ort, an dem man sich gut aufgehoben und verstanden fühlt.“
Heinrich Sanders und Ehefrau Maria bestätigen das. Ihre Familie ist in verschiedenen Diensten am Kloster aktiv. Heinrich und sein Bruder Wilhelm Sanders sind mit dem Kloster aufgewachsen. Heinrich Sanders: „Unser Vater hat am Aufbau des Klosters mitgewirkt – wie die meisten hier. Das Kloster, die Volksschule in Mörmter und die Franziskaner-Jugend – für uns ist das untrennbar miteinander verbunden. Das Kloster war immer der Mittelpunkt des Lebens in der Bauernschaft.“
Die über alle Nachbarschaften hinweg in den Bauernschaften lebenden Akteure wissen, dass die brasilianischen Franziskaner Mörmter als Ruhesitz für ihre Missionare aufgeben werden. Doch sie sammeln jetzt schon Verbündete, um das geistliches Zentrum im Sinne ihrer Vorfahren in Mörmter zu erhalten. Marianne van den Boom: „Es gibt viele Möglichkeiten für das Kloster und auch einige gute Ideen.“
Den Propst gewinnen
An den Details wird gearbeitet. Die Akteure wollen auch Dompropst Alfred Manthey als Verbündeten gewinnen, bevor sie einen Brief mit einer Unterschriftenliste an Bischof Lettmann in Münster versenden. Denn – so bezeugten gestern alle unisono: „Hier ist alles, was Kirche ausmacht: gut besuchte Messen und eine funktionierende Gemeinschaft.“
Kloster Mörmter – schreiben Sie uns, was Sie mit der Geschichte der Franziskaner in den Bauernschaften Mörmter-Ursel-Willich verbindet: Rheinische Post, Redaktion Xanten, Kapitel 10, 46 509 Xanten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




