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Xanten: Heizen mit Holz immer beliebter

VON LUDWIG KRAUSE UND HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 26.01.2012

Xanten (RP). Der Bedarf an sogenanntem Energieholz wird immer größer. Bereits 35 Prozent aller erneuerbaren Energien werden aus den Wäldern gewonnen. Rund um Xanten und Sonsbeck wird das Laubholz knapper, bei Nadelholz sieht Revierförster Georg Cuppenbender aber noch Spielraum nach oben.

Ein sogenannter Harvester räumt nach dem Sturm "Kyrill" im Jahre 2007 im Wald auf. Trotz einiger witterungsbedingter Schäden geht es dem Wald im Kreis Kleve grundsätzlich gut, sagt der Förster. Foto:
Ein sogenannter Harvester räumt nach dem Sturm "Kyrill" im Jahre 2007 im Wald auf. Trotz einiger witterungsbedingter Schäden geht es dem Wald im Kreis Kleve grundsätzlich gut, sagt der Förster. Foto:

In den 80er Jahren waren die Förster über jeden, der in den Wald kam, um Brennholz aufzuarbeiten, froh, erinnert sich Georg Cuppenbender, Förster im Hochwald, in der Hees und im Tüschenwald. Heute ist das anders. "Die Nachfrage nach Brennholz ist in den letzten Jahren derart gestiegen, dass wir schon manch einem eine Absage erteilen mussten", sagt er.

Denn: Ein großer Teil der Bäume wird auch an Möbelfabrikanten, Sägewerke und im Hausbau verwendet. Und es wird im Rahmen der normalen Forstwirtschaft nur so viel gefällt, wie auch wieder nachwächst. So kann es bei steigender Nachfrage und gleichbleibendem Angebot zwar schon einmal zu Engpässen kommen, eine Übernutzung des Waldes wird aber verhindert.

Info

Broschüren

Das Umwelt-Bundesamt hat eine Broschüre mit dem Titel "Heizen mit Holz - Ein Ratgeber zum richtigen und sauberen Heizen" veröffentlicht.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Broschüre "Brennholz selber schlagen" herausgegeben.

Beide Broschüren sind bei den Ministerien und kostenlos im Internet zu beziehen.

Der Gesundheitszustand seines Waldes ist Änderungen unterworfen. "Es gibt immer mal ein Auf und Ab", sagt er. Die Veränderungen spiegeln sich auch bei den jährlichen landesweiten Waldzustandserhebungen wieder, die jedoch in einem so großen Stichprobenraster durchgeführt werden, dass eine verbindliche Aussage für das Revier Hochwald nicht möglich sei. "Durch die Witterungsextreme haben einige Bäume einen ,leichten Schnupfen'. Im Hochwald hätten Fichten zudem ein paar Probleme mit Borkenkäfern – aber nicht in einem Ausmaß, dass man sich darüber Sorgen machen müsse. Auch für diejenigen, die Brennholz aufarbeiten wollen, habe der Befall keine Auswirkungen.

In den letzten Jahren hat der Bedarf an Energieholz stetig zugenommen. Wer sein Holz selber schlagen möchte, muss aber eine entsprechende Bescheinigung und eine geeignete Ausrüstung besitzen. Foto:

Die Schwerpunkte bei den Brennholzarten liegen in seinem Revier bei Buchen, Roteichen und Eichen, gelegentlich auch bei Birken, Weiden und Pappeln. Aber auch Nadelholz kommt mehr in Mode. Früher galt, dass Nadelholz wegen der Harze nicht zu verfeuern sei. Die modernen Öfen seien dazu aber durchaus in der Lage, so Cuppenbender. Im Zweifel sollte man den Schornsteinfeger zurate ziehen. Allein im Revier des 52-Jährigen werden im Durchschnitt jährlich 1000 bis 1500 Raummeter Brennholz vorbestellt.

"Wir haben einen Bestand von etwa gleichvielen Laubbäumen und Nadelbäumen", sagt der Förster, wobei die Tendenz zum Laubholz gehe. Vor dem Sturm "Kyrill" im Jahr 2007 sei das noch umgekehrt gewesen. Der Sturm habe aber im Revier Hochwald zu 95 Prozent Nadelholz mit seinen flachen Wurzeln getroffen. Die Laubbäume boten dagegen dem Sturm eine geringere Angriffsfläche, weil sie im Winter keine Blätter tragen. "Die bei Kyrill entstandenen Kahlflächen haben wir fast vollständig mit Laubwald aufgeforstet." Die Rotbuche ist als natürliche Baumart die am meisten vertretene Sorte. "Sie würde hier auch wachsen, wenn der Mensch nicht eingreifen würde", erzählt er. Nicht etwa Abnehmer aus der Industrie, sondern Privatkunden arbeiten bei ihm das meiste Brennholz auf.

Ein großer Teil dieses Holzes ist früher noch in die Holzindustrie, etwa zur Spanplattenproduktion gegangen. Heute ist das sogenannte Energieholz gefragter. Während bei Laubbäumen das Limit bald erreicht sei, sei gerade bei Nadelbäumen noch viel Luft nach oben.

Die Preise variieren dabei von Art zu Art. Bei Bäumen, die frei am Wegesrand liegen, bezahlt man für einen Raummeter Buche oder Roteiche um die 45 Euro, für Eichen, Birken und Erlen um die 40 Euro. Am günstigsten ist Nadelholz mit 33 Euro pro Raummeter. Noch in den 80er Jahren waren 10 Mark fällig, allerdings, so Cuppenbender, handelte es sich damals überwiegend um Baumkronen oder Stammreste, die aus den Beständen geholt werden mussten. Sie waren nicht am Wegrand gerückt und aufgestapelt). Die Preise seien allerdings mit dem wachsenden Bedarf "enorm gestiegen".

Wo solche Preise gezahlt werden, sind Diebe nicht weit. "Wenn Holz ofenfertig, in einer Größe von 30 Zentimetern, am Wegesrand liegt, bekommt es schon mal Beine", sagt Cuppenbender. Angebot und Nachfrage sind auch von den äußeren Bedingungen abhängig. Während nach "Kyrill" Holz im Überfluss vorhanden war (damals fielen allein im Hochwald fast 30 000 Festmeter, was einem normalen Einschlag von sechs Jahren entspricht), sind die Vorräte in besonders kalten Wintern schon mal knapp.

Dass dieser Winter bisher ein wenig milder ausgefallen ist, werde aber keinen Preissturz auslösen. Denn auch das Abwenden von fossilen Brennstoffen wie Öl spielt den Holzanbietern in die Karten. Eine Studie aus dem Jahr 2009 hat gezeigt, dass bereits 35 Prozent aller erneuerbaren Energien aus Holz gewonnen wird. Somit ist es einer der wichtigsten Träger der Energiewende. Tendenz: steigend. Gerade in ländlichen Regionen ist die Nachfrage hoch.

Quelle: RP/rl


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