Xanten: Hexen-Infos aus erster Hand
VON RITA HANSEN - zuletzt aktualisiert: 14.11.2009Xanten (RPO). Hexe Lewina, alias Marlies Bulters, führt durch Xanten und weiht ihre Zuhörer in Theorie und Praxis ihres Berufsstands ein. Dabei räumt sie mit einigen Fehlinformationen auf: Besen, zum Beispiel, können gar nicht fliegen.
Bei der TIX buchbar
Erst einmal bis zum Ende des Jahres sind die Hexenführungen sonntags um 15 Uhr als freie Führung für Einzelpersonen in der TIX buchbar. Entstanden war die Idee bei Marlies Bulters, die "früher viel mit Kräutern gemacht hat", weil sie "etwas Besonderes" machen wollte.
Manchmal seien die Mauern zwischen den Welten dünner, man den Toten näher . . . Geheimnisvoll stieg Hexe Lewina, alias Marlies Bulters, in die Premiere der Hexenführungen ein. Ihr Alter von 510 Jahren erklärte sie den rund 30 Besuchern damit, dass sie sich nach ihrem ersten Besen-Flug einen Kräutertrank kochte. "Ich spürte, es war etwas ganz Besonderes. Der Trank für das ewige Leben."
Gebannt lauschten besonders die jungen Hexeneleven den Geschichten um Heilpflanzen und die weiße Seite der weisen Kräuterfrauen. Pia (6) und Jana (8) sahen in ihrer Verkleidung wirklich so aus, als wären sie unterwegs zum Hexenunterricht. "Den bösen Blick, kennt ihr den schon?" wandte sich Lewina an die jüngeren Zuhörer. Während die Teenager den Kopf schüttelten, kam von Till (4) aus Alpen ein deutliches "Ja". "Von der Mama", meinte seine Mutter schmunzelnd dazu.
Heilende Kräuter
Löwenzahn, Salbei, Lavendel und Rosmarin, die Kräuterfrau gab nicht nur die getrockneten Kräuter herum, sie erklärte auch, dass in den kleinen weißen Kügelchen ebenfalls heilende Kräuter stecken. Abwechselnd aus ihrem großen Korb sowie Ledersäckchen, die an ihrem Gürtel hingen, zauberte die Hexe allerlei Zutaten für ihre Führung. In einer bunten Mischung aus Theorie und Praxis räumte Bulters mit einigen Fehlinformationen über Hexen auf, (Besen können gar nicht fliegen, die Hexen sprangen auf den Feldern, damit das Getreide wachse, eventuell auch mit Besen, so sei die Geschichte über das Fliegen auf Besen entstanden), und brachte gleichzeitig die Geschichte der Stadt mit ein.
Von einer Nonne aus Marienbaum war ebenso die Rede wie von Hexenerkennung durch Wasser- oder Feuerproben, Kirchenbann und Foltermethoden. Edelsteine mit heilenden Kräften, echte und solche zum anschließenden Verzehr, erhielten die Teilnehmer, geschnitzte Hexenstöckchen durften die Kinder suchen, um dann zu erfahren, dass Hexen gar keinen Zauberstab für ihre Künste benötigen. Immer wieder bezog Bulters die Gruppe mit ein, gab (nicht nur) Kindern wie Melissa (10) die Gelegenheit, ihr Wissen über Hexen mitzuteilen. Die Teilnehmer lernten den Geist von Lewinas frechem Raben kennen und probierten mutig einen Kräutertrunk, dessen Zutaten auch in der Teemischung enthalten waren, die Kräuterfrau Lewina jedem schenkte.
Gut gemacht!
Nach anderthalb Stunden endete die Führung wieder am Ausgangsort, dem Ziegelhof, wo das Fazit der Premiere lautete: "Gut gemacht und auch die Kinder toll angesprochen." Und für Pia stand fest: "Den Tee mache ich mir gleich zuhause."
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