Sonsbeck: In der Welt der Fantasie
VON RITA HANSEN - zuletzt aktualisiert: 08.10.2007Sonsbeck (RPO). Für ein Wochenende schlüpften rund 100 Akteure in die Rolle von Kriegern, Heilern, Elfen, guten wie finsteren Gestalten beim groß angelegten Live-Spiel auf einem Sonsbecker Bauernhof.
Für Zwergin Namora Feuermut vom Trutzstirn-Clan sind Magie und Elfen ein klares „Bäh!“ „Obwohl – ein paar sind ja ganz nett“, gibt sie zu, nur um gleich darauf hinzuzufügen, dass sie schon viel zu sehr vermenschlicht, sich viel zu sehr angepasst hat. Wie Marion Thomas – so heißt die Darstellerin der Zwergin im realen Leben –, schlüpften am Wochenende wieder rund 100 Personen in Charaktere aus der Fantasy-Welt.
„Live action role playing“ (LARP) heißt das Spiel, bei dem vom Studenten über die Hausfrau bis zum Akademiker Menschen für die Dauer einer Veranstaltung, meist ein bis drei Tage, in eine andere Rolle schlüpfen, sie mit Leben füllen. Sie werden zu Kriegern, Heilern, Magiern, Orks, spitzohrigen Elfen, guten wie finsteren Gestalten.
Ambiente-Taverne
Die „Location“, auf gut Deutsch also der Spielort an der Balbergerstraße ist ein 5000 Quadratmeter großer Hof, der dauerhaft für die LARP-Veranstaltungen umgebaut wurde.
Neben der Ambiente-Taverne in der 500 Quadratmeter großen Scheune, gibt es den Dungeon, Gilderäume, Gefängnis, Pranger, Schmiede aber auch Schlafplätze in mit Holzkabinen ausgestatteten Schlafsälen.
Zudem wurde auf dem alten Heuboden ein ständig veränderbares Höhlenlabyrinth eingerichtet.
Infos gibt es im Internet unter
„Habt Spaß“
Im Plot (eine Art Drehbuch) sind Aufgaben festgelegt, die die Akteure erfüllen sollten. Nicht immer gelingt das, aber das steht nicht fordernd im Vordergrund. „Habt Spaß“ heißt es nach jeder Ansprache zu Beginn einer Veranstaltung. Spaß am Spiel und das Ambiente des Larphofes an der Balbergerstraße machen den Reiz für die Spieler aus. Spaß haben auch Elfe Leila (Sarah, 8) und Knappe Pascal (6), die mit Shanu (Lea, 22) über den Hof toben. „Ich finde cool, dass ich hier kämpfen und so eine schöne Elfe spielen kann“, sagt Sarah strahlend.
Ohne Zuschauer
Immer mal wieder werden vorbeifahrende Autofahrer langsamer, wenn beispielsweise eine Schlacht auf der Zufahrt des umgestalteten Bauernhofes tobt. Dabei sind Zuschauer nicht erwünscht, die Akteure spielen für sich, nicht für Publikum. Aber grüngesichtige Wesen und Gestalten in Fellen oder langen Gewändern fallen auf zwischen schwarzbunten Kühen. Ebenso die lange Schlange der geparkten Autos. Die Kennzeichen verraten, dass die Darsteller bundesweit angereist sind. Auch aus der Schweiz kommt eine Truppe regelmäßig zu den rund alle zwei Monate stattfindenden „Cons“ (Zusammentreffen) ins Land/ die Stadt „Pandor“.
„Pandor“ ist laut dem Mitveranstalter und Hauptspielleiter Andreas „Aconaris“ Krause der einzige Spielort, der regelmäßig bespielt wird. Andere Veranstalter mieten Plätze oder Jugendherbergen für die Veranstaltungen an, was zur Folge hat, dass das „Land“ bei jedem Spiel anders aussieht. In „Pandor“ hat alles seinen festen Platz. „Die Akteure richten sich ihr Spielumfeld selber ein“, erklärt Krause. Gestalterische Details in allen Räumen bestätigen seine Worte. „Die Darsteller sind im Spiel hier zuhause.“ So wie die Zwergin Namora, die in „Pandor“ ihre Schmiede betreibt.
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