Xanten: In Kosmetik ist keine besser
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 17.11.2008Xanten (RPO). Wer sich in die Hände von Deutschlands bester Jung-Kosmetikerin begeben möchte – auf nach Xanten! Dort lebt und arbeitet Alessa Sechzig, die jetzt Bundessiegerin im Leistungswettbewerb der Handwerksjugend wurde.
Kontakt
Alessa Sechzig arbeitet bei Maria Gollasch-Boell, Kosmetik und Medizinische Fußpflege, Bahnhofstraße 3, Xanten.
Terminabsprachen unter der Rufnummer 02801 705300.
Da steht er und glänzt, der Pokal. „Bundessiegerin im Praktischen Leistungswettbewerb“ steht darauf. Seit ein paar Tagen darf sich Alessa Sechzig mit diesem Titel schmücken, den sie in Potsdam errang. Mit Recht strahlt sie vor Freude, und mit ihr ihre Chefin Maria Gollasch-Boell: „Meine erste Auszubildende – gleich so ein Erfolg!“
Für den Beruf begeisterte sich Alessa Sechzig seit ihrem 15. Lebensjahr. „Damals ließ sich die Mutter meiner besten Freundin zu Hause die Nägel machen lassen“, berichtet sie. Ein Erlebnis, welches den Teenager Alessa schwer beeindruckte. Künstlerisch begabt und auf ihr Äußeres bedacht, war ihr der Umgang mit Schminke schon früh vertraut. „Der Beruf kam mir so zugeflogen“, sagt sie lachend.
Die Chemie stimmt
Die Lehrstelle im Xantener Kosmetikstudio Gollasch-Boell bekam Alessa über ein Praktikum. „Als sie kam, habe ich gleich gesehen – das passt“, erinnert sich die Chefin. Die Chance, eine Lehre anzufangen, nahm Alessa sofort wahr – und ließ das zunächst angestrebte Fachabitur sausen.
Dass sie sich richtig entschieden hat, zeigte spätestens die Prüfung vor der Handwerkskammer Düsseldorf und im Anschluss ein „Stechen“ mit der besten Absolventin der Münsteraner Kammer: Da wurde die Xantenerin Landesbeste. Und nun, beim Leistungswettbewerb in Potsdam, da stellte sich Alessa sechs Gegnerinnen aus anderen Bundesländern und drei Richtern. Vier Disziplinen galt es zu bestreiten: Hautdiagnose, Gesichtsmassage, Make up, Maniküre. Besonders letztere hatte es in sich. Bei der sauberen Entfernung der Nagelhaut geht es um Bruchteile von Millimetern. Und der im Wettbewerb verwendete rote Nagellack mache kleinste Fehler sichtbar. Am Schluss hatte Alessa sagenhafte 1171 von 1200 möglichen Punkten – Bundessieg!
Hemmschwelle
Der Arbeitsalltag von Alessa Sechzig bewegt sich zwischen Wellnessanwendungen, Schminken, Maniküre und kosmetischer Fußpflege. „Wir sind nicht da, um Menschen schön zu machen“, stellt sie klar. Vielmehr gehe es um Pflege und ein damit verbundenes Wohlgefühl. Der Kunden, wohlbemerkt. Als Kosmetikerin müsse man sich dagegen auch an unangenehme Dinge gewöhnen: „Bei der ersten Akne-Behandlung musste ich schon eine Hemmschwelle überwinden.“
Auch wenn es nicht zuerst um Schönheit geht, weiß Alessa Sechzig gleichwohl: „Mit Schminke und den richtigen Farben kann man aus einem langweiligen Typ viel rausholen.“ Viele Frauen betonten zum Beispiel ihre Augen falsch. „Die Hell-Dunkel-Wirkung ist sehr wichtig.“ Nur an die Haare der Kundinnen darf sie nicht ran. Zwar gehören Kosmetikerinnen tariflich zu den Friseuren, einen eigenen Vertrag gibt es für sie noch nicht. Aber die Innung sei sehr auf eine Aufgabenteilung bedacht. „Wenn wir eine Schere in die Hand nehmen, gibt’s Ärger.“
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