Xanten: Kaufen, mieten oder neu bauen
VON RICHARD LUCAS-THOMAS - zuletzt aktualisiert: 13.01.2009Xanten (RPO). Für das Stiftsgymnasium Xanten zeichnet sich Unterricht am Nachmittag an drei Wochentagen ab. Damit wird die Frage nach dem Raumprogramm im Schulzentrum erneut aufgeworfen. Im Gespräch: das Gästehaus.
„Schneller als erwartet“ wird sich nach Einschätzung von Jürgen Kappel (SPD) die Stadt der Frage nach einem passenden Raumprogramm für den Ganztagsschulbetrieb am Xantener Stiftsgymnasium stellen müssen. Der ist zwar nicht beschlossen, doch der Vorsitzende des Xantener Schulausschusses weist im Gespräch mit der RP auf schulorganisatorische Maßnahmen, die demnächst am Stiftsgymnasium greifen sollen. Denn heute wird die Schulkonferenz des Gymnasiums darüber beschließen, an welchen Tagen die Jahrgangsstufen sechs, sieben und acht eine zusätzliche Unterrichtseinheit am Nachmittag erhalten. Davon betroffen sind Schülerinnen und Schüler, die in der verkürzten Schulzeit das so genannte Turbo-Abitur ansteuern. Das Stiftsgymnasium kann jetzt nach der Zuweisung von sechs zusätzlichen Lehrkräften die dafür erforderlichen Unterrichtseinheiten am Nachmittag sicherstellen.
Eng abgestimmt
Zwischen Vor- und Nachmittagsunterricht müssen 60 Minuten Pause liegen; dafür wurden im vergangenen Jahr der ehemalige Kunstraum und das frühere Fotolabor umgebaut.
Die Überlegungen zum weiteren Raumprogramm für das Stiftsgymnasium sind eng mit der Schulleitung abgestimmt.
Gästehaus
Die Diskussion um ein angemessenes Raumprogramm bei sinkenden Schülerzahlen wird seit dem vergangenen Jahr geführt. Im Sommer wurden im Schulhaus nicht mehr benötigte Räume zu einem Aufenthaltbereich für die damalige siebte Klasse umgebaut. Inzwischen stellt sich die Frage nach einer Mensa für das Gymnasium. Im RP-Gespräch zum Jahresende 2008 brachte Bürgermeister Christian Strunk den so genannten Gartensaal des benachbarten Gästehauses dafür ins Gespräch.
Für Jürgen Kappel eine attraktive Überlegung. Der Fachausschuss- und Fraktionsvorsitzende der SPD kann sich sogar vorstellen, dass die Stadt das Gästehaus komplett kauft, um es – „über die Funktion der Mensa hinaus“ – zu einem Begegnungszentrum für die Schule zu nutzen. Doch Kappel schränkt gleichzeitig ein: „Das sollte noch genauer untersucht werden. Ich will nicht behaupten, dass dies schon der richtige Weg ist.“
Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinrich Gundlach kann dies nur „zum Teil“ der richtige Weg sein. Gundlach: „Der Gartensaal als Mensa fürs Gymnasium kann nur eine Übergangslösung sein.“ Das Gästehaus – einst als Norberthaus ein Seminarzentrum des Bistums Münster – ist mit viel Beton, Stahl und Glas gebaut. „Energetisch für die Stadt auf Dauer höchst unattraktiv; das wird viel zu teuer“, wie Gundlach die Immobilie einschätzt. Im Grundsatz ist er von Kappels Einschätzung jedoch nicht weit entfernt: „Wir müssen uns fürs Gymnasium etwas einfallen lassen.“ Auch seine Überlegungen gehen über die Funktion einer ausschließlich Mensa hinaus – für den Fall, dass das Stiftsgymnasium offiziell eine Ganztagsschule werden sollte. „Das wäre dann ein Neubau auf dem Gelände des Schulzentrums.“
Arbeitsgruppe prüft auch Anbau
Bürgermeister Christian Strunk lässt inzwischen alle Optionen untersuchen. Die Anmietung des Gartensaals für die Mensa im Gästehaus wird noch in diesem Jahr erfolgen, wie der Bürgermeister gestern erläuterte. Von der Schule aus könne ein direkter Zugang dorthin geschaffen werden. Darüber hinaus prüft eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe derzeit weitere Optionen. Strunk: „Wir untersuchen einen Anbau im Bereich, in dem wir im vergangenen Sommer bereits einen Aufenthaltsraum eingerichtet haben. Untersucht wird auch ein Neubau an anderer Stelle im Schulzentrum und die Mitnutzung des Forums der Hauptschule.“ Den Kauf des Gästehauses sieht der Bürgermeister „eher nicht“. Er teile die Bedenken von Heinrich Gundlach.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




