Xanten: Mit Herzblut fürs Kloster
VON RICHARD LUCAS-THOMAS - zuletzt aktualisiert: 12.03.2007Xanten (RPO). Gute Aussichten: Mit dem Förderverein Kloster Mörmter bleiben auch die Franziskaner im Boot. Gestern stellte sich der Verein vor. Sein Ziel: Kloster Mörmter als geistiges und geistlichen Zentrum erhalten. Große Zustimmung.
Mörmter Ein Beispiel für gutes Diskussionsklima: Im beinahe noch vollbesetzten Kirchenraum der Klosterkirche Mörmter ging gestern Vormittag nach dem Hochamt der „Förderverein Kloster Mörmter“ vom Startblock. Der Vorstand mit Dr. Norbert Poschmann und Agnes Sanders hatten eine Beamer-Projektion zur Geschichte des Kloster vorbereitet. Pater Dr. Konrad Lindmeier freute sich über die Gründung des Fördervereins und die große Resonanz in den Bauernschaften: „Da fühlen wir Franziskaner uns gestärkt.“ Konrad zeigte auch klar alle Optionen auf.
Optionen überschaubar
Und die sind überschaubar: Die Gründung des Fördervereins habe die Entscheidung der brasilianischen Franziskaner beeinflusst. Pater Konrad warb für den Zustrom neuer Mitglieder in den Förderverein, „damit ihr in Zukunft eine Stimme habt, damit euer Interesse gewahrt wird und das Interesse eurer Väter, die das Kloster gebaut haben“. Pater Konrad brachte alle Diskussion der letzten Wochen pragmatisch auf den Punkt: Die Kongregation „Cenacolo“ hat mit dem Förderverein nichts zu tun, „sie ist nur eine von vielen Optionen“. Dass Familie Underberg die Initiative zum Förderverein ergriffen hat, habe auch einen klaren Ansatz: „Einer musste den Anfang machen.“
Arbeitskreise bilden
Nach Ostern wird zur Mitgliederversammlung des Fördervereins Kloster Mörmter eingeladen. Es werden die Arbeitskreise für verschiedene Aufgaben am Kloster (zum Beispiel auch für die Gartenpflege) gegründet.
Schnell vergriffen: die Aufnahmeformulare des Fördervereins. Sonntags werden jetzt neue Formulare in der Kirche ausgelegt.
Gut präsentierte Klostergeschichte: Klosterstiftung, der erfolgreiche Widerstand gegen die Übernahme als Einsatzzentrum der Wehrmacht, die Zeit als Feldlazarett, als Obdach für ausgebombte Familien in Xanten und die Übernahme durch die brasilianische Franziskanerprovinz.
Der Franziskaner ließ keine Zweifel aufkommen: „Ohne Förderverein wäre die Entscheidung der brasilianischen Ordensprovinz anders ausgefallen. Jetzt geht es um unser gemeinsames Anliegen, eine Zukunft für diese Stätte zu finden. Diese Versammlung muss den Verein zum Funktionieren bringen.“ Er selber bleibe so lange in Mörmter, bis die Zukunft des Kloster gesichert ist; Voraussetzung sei, dass er am und im Kloster Unterstützung findet. Pater Konrad informierte auch, dass es eine ganze Reihe Priester gibt, die im Kloster Gottesdienst mit der Gemeinde feiern wollen.
Was der Vereinsvorsitzende Dr. Norbert Poschmann als klares Vereinsziel benannte. Denn es sei eine Besonderheit, wie das Kloster über Jahrzehnte weit verstreute Bauernschaften als Gemeinschaft erhalten habe. „Wenn wir nicht gemeinsam das Kloster als zentralen Identifikationspunkt, der weit über religiöse Bezüge hinaus geht, erhalten, dann werden hier die Tore geschlossen.“
Was auch ein Ehepaar aus Sonsbeck unterstricht, das bewusst auf das „Wir“ von Poschmann abhob. Denn das Kloster habe Ausstrahlung über Xantens Stadtgrenzen hinaus. „Wir beneiden Sie um das Kloster.“
Für die Ur-Nachbarschaft des Kloster bedankten sich Heinz-Ludwig Leurs und Aloys Jansen für „die Sorge und das Herzblut“, mit der gestern über die Zukunft des Klosters diskutiert wurde. Jetzt komme es darauf an, gemeinsam Anregungen zu sammeln und Ideen zu entwickeln. Dass die Franziskaner im Boot bleiben, wird als Beruhigung empfunden. Jansen: „Wir wollen mithelfen, damit der Stifterwillen erfüllt und erhalten bleibt, was unsere Vorfahren geschaffen haben.“
Auch kulturellen Zentrum
Dazu ermunterte Agnes Sanders, die bereits Anregungen von Heinz Tönnishoff (Marienbaum) erhalten hat. Agnes Sanders: „Machen Sie mit; jeder kann mitarbeiten.“ Das Kloster biete viele Möglichkeiten, auch ein kulturelles Zentrum zu werden, in dem auch der Jazz-Frühschoppen seinen Platz finde. Und Pater Konrad forderte die Gemeinde auf: „Nutzt das Kloster, es ist euer Zentrum.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




