Xanten: Museum: Es geht weiter
VON RICHARD LUCAS-THOMAS - zuletzt aktualisiert: 13.12.2011Xanten (RP). Die Leitungsposition im Museum Nibelungen(h)ort ist seit dem 5. Dezember ausgeschrieben. Der Förderverein des Museums befindet sich in Auflösung. Die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter "ist konstruktiv".
Mit dem Museum Nibelungen(h)ort geht es weiter – nur anders. "Die negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen haben nur geschadet", sagte gestern Bürgermeister Christian Strunk. Mit Peter Friese und Sabine van der List (beide TIX-Geschäftsführung) ging Strunk am Montag in die Gegenoffensive: "Das Museum ist weder geschlossen, noch ist eine Schließung beabsichtigt. Die Einstellung eines Leiters oder Leiterin ist zum 1. Februar geplant."
Unabhängig von dieser Entwicklung geht das vom Förderverein selber beantragte Insolvenzverfahren seinen Gang. Der zum Insolvenzverwalter bestimmte Duisburg Rechtsanwalt Dirk Hammes hoffe zwar, das Insolvenzverfahren noch vor seiner Eröffnung zwischen Stadt und Förderverein gütlich beilegen zu können, doch der Rat hat zwischenzeitlich alle Weichen zur Übernahme der Museumsausstellung und Begleichung der finanziellen Verbindlichkeiten gestellt. Die Immobilie gehört sowieso der Stadt.
So geht's weiter
Museumsführung: Bis zur geplanten Stellenbesetzung zum 1. Februar 2012 bleibt der Status quo der Ausstellung erhalten. Neu ist der Zugang über die Tourist Information (TIX), die auch das Personal an der Kasse stellt. Beabsichtigt ist – so TIX-Geschäftsführer Peter Friese – dass künftig für das Museum der Besucherservice aus der TIX heraus geführt wird, aber die inhaltliche Museumsgestaltung Aufgabe der neuen Leitung bleibt. Das Büro der Museumsleitung befindet sich innerhalb der TIX-Bürozeile; die Nutzung der ehemaligen (Museums-)-Verwaltungsräume ist noch nicht entschieden. Die Öffnungszeiten bleiben im vom bisherigen Museumsleiter Dr. Ralph Trost festgelegten Rahmen.
Offen Punkte: Aktuell hake es bei der Übergabe zwischen der alten Museumsleitung und der TIX. Es fehlten die Übersicht über die Anzahl der Gästeführer im Museum, noch einige Schlüssel und der Überblick über bereits geleistete Arbeiten (z.B. der angekündigte Museumsführer, Informationen an Schulen, Museumsprogramme). Es wird davon ausgegangen, dass sich die Probleme im Zuge des Insolvenzverfahrens auflösen.
Neue Leitung: Die Stelle ist seit dem 5. Dezember ausgeschrieben; die Bewerbungsfrist endet am 31. Dezember. Die Museumsleitung bleibt der TIX-Geschäftsführung unterstellt. Mit der Ausschreibung wird ein Wissenschaftlicher Manager und Assistent in der Geschäftsleitung gesucht (Ausschreibung geschlechtsneutral, versteht sich).
Das Hochschulstudium der Geschichte sowie das Aufbaustudium Kulturmanagement werden vorausgesetzt. Aus beiden Schlüsselqualifikationen werden die Aufgabenfelder sowohl für die wissenschaftliche Begleitung des Museums als auch für die Aufgaben im Bereich Tourismus abgeleitet. Einige Bewerbungen liegen bereits vor, sagt Peter Friese. Die Auswahl der Kandidaten erfolgt in der TIX; Alfred Melters vom Förderverein sei dazu eingeladen.
Finanzierung: Die Stadt wird mit der Übernahme der Museumsausstellung gleichzeitig die finanziellen Verpflichtungen des Trägervereins, der auch bis dato Arbeitgeber der Museumsleitung war, einlösen. Mit dem neuen Haushalt 2012 wird die Stadt der TIX einen (noch nicht festgelegten) finanziellen Beitrag für die Leiterstelle leisten. Bereits jetzt hätten sich durch die Zusammenlegung des Eingangs und der Kasse für TIX und Museum Synergieeffekte ergeben, die pro Jahr 50 000 Euro ausmachten.
Museumskonzept: Über die inhaltliche Gestaltung des Museums werde gesprochen, wenn der neue Leiter oder die Leiterin gefunden ist. Richtig sei, so Peter Friese, dass sich konzeptionell ein reines Rezeptionsmuseums und populäres Museum, welches breite Besucherschichten anspreche, nicht vertragen. Darüber werde mit der neuen Leitung gesprochen. Er, Friese, habe inzwischen Dr. Dirk Söchting angesprochen und um eine Einschätzung gebeten. Der Museumsleiter von Schloss Burg kenne Xanten als Leiter des früheren Regionalmuseums.
Leihgaben: Die Ankündigungen, dass die Besitzer von Leihgaben nach dem Ausscheiden von Ralph Trost ihre Stücke zurückfordern, hätten sich nicht bestätigt. Die Statue "Der kleine Viktor" – sie wurde in diesem Zusammenhang genannt – sei von Anfang an zeitlich begrenzt ausgeliehen gewesen und werde verabredungsgemäß ins StiftsMuseum übersiedeln.
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