Xanten: Ohne Kinderarzt unvorstellbar
VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 29.03.2011Xanten (RPO). Nach dem RP-Bericht: Die CDU-Fraktion unterstützt die Suche nach einem Kinderarzt für Xanten. Sie wirbt noch einmal mit einer Dependance-Regelung und hofft auf tatkräftige Mithilfe der Kassenärztliche Vereinigung.
Die CDU-Fraktion will sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für die Niederlassung eines Kinderarztes in Xanten einsetzen. "Xanten ohne einen derartigen Facharzt können wir uns eigentlich nicht leisten", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Pankraz Gasseling im Bezug auf einen entsprechenden Bericht in der Rheinischen Post. Darin hatten Eltern ihren Unmut über die Vakanz geäußert und die Politik um Hilfe gebeten.
In der Tat drängt die Zeit: Nach der bereits vergeblichen Suche der früheren Kinderärztin Beate de Fries bleiben bei der Suche nach einem Kinderarzt nur noch wenige Wochen. Die Stellenausschreibung läuft nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung noch bis Ende Juni. Hat sich bis dahin kein Interessent gemeldet, werde die Stelle gestrichen, hieß es im Gespräch mit der Rheinischen Post.
Die Geburtenzahlen
"Wir geben uns alle Mühe, eine kinder- und familienfreundliche Stadt zu sein, das passt nicht ins Bild", sagt Gasseling. Mit Allgemein- und anderen Fachärzten sowie dem Krankenhaus sei Xanten medizinisch ausreichend versorgt. Nur bei einem so wichtigen Kinderarzt scheine die Suche vergeblich zu sein. "Für mobile Familien mag das noch angehen", erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Das gelte aber nicht für sozial Schwache, die ihre Kleinkinder mit Bus und Bahn zu Ärzten fahren müssten.
"Zumal Kinder ohnehin immer zur Unzeit krank zu werden pflegen", weiß der dreifache Familienvater aus Erfahrung. Ob der Bedarf angesichts von jährlich (nur noch) 150 Geburten in Xantener Familien allein groß genug ist für einen niedergelassenen Kinderarzt, das will Gasseling nicht beurteilen. "Offenbar haben die Ärzte da Schwierigkeiten", erklärte er mit Blick auf die lange vergebliche Suche.
Allerdings spreche die Beliebtheit der Neubaugebiete wie das am Lüttinger Feld dafür, dass die Stadt erfolgreich gerade um junge Familien werbe. Außerdem weilten täglich mehrere hundert Kinder in der Stadt, seien viele von ihnen in der Jugendherberge zu Gast.
Vielleicht könnten wir aber eine andere praktikable Lösung anbieten – die einer Dependance, die mehrfach in der Woche bedient werden könnte. "Die Stadt könnte zum Beispiel für Räume sorgen", bietet Gasseling an.
Die Zweitpraxis
"Wir haben jedenfalls großes Interesse an einem niedergelassenen Kinderarzt in Xanten", betont Gasseling, der auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung vorstellig wurde. Auch dort sei der Vorschlag zur Bildung einer Zweitpraxis positiv aufgenommen worden.
In diesem Fall gelte auch nicht der 30. Juni als letzte Grenze. Allerdings, so berichtet Gasseling von dem Gespräch weiter, werde ein niedergelassener Arzt in Xanten weiter als die bessere Lösung gesehen. Darum kümmere sich weiter die Niederlassungsberatung. Auch der Vorstand der Kreisstelle Wesel der KV wolle sich noch einmal intensiv um das Xantener Problem kümmern. "Ein Kinderarzt je 20 000 Einwohner – das muss doch machbar sein", sagt Gasseling. Mehr zum Thema:
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