Xanten: Roms vergessener Feldzug
zuletzt aktualisiert: 19.04.2010Xanten (RPO). Am Mittwoch, 21. April, berichtet Dr. Petra Lönne auf Einladung des Niederrheinischen Altertumsvereins Xanten im RömerMuseum über eine kleine archäologische Sensation.
Als ein Hobbyforscher aus dem Harz der Northeimer Kreisarchäologin im Sommer 2008 einige beim Harzhorn entdeckte Fundstücke vorlegte, war die Überraschung groß: Eiserne Speerspitzen, Katapultbolzen, eine Pionierschaufel und andere Funde römischen Ursprungs erregen so weit östlich des Limes viel Aufsehen.
Seitdem wird das Gelände systematisch mit Metallsonden und Ausgrabungen untersucht. Noch größer war das Erstaunen der Fachleute, als sich herausstellte, dass die große Zahl der mittlerweile geborgenen Fundstücke und so genannte C14-Proben eine Datierung um etwa 235 nach Christus nahelegen.
Zwar gibt es in den antiken Schriftquellen vereinzelte Hinweise auf militärische Vorstöße der Römer auch nach der vernichtenden Varusschlacht gut 200 Jahre früher, doch mit so groß angelegten Militäroperationen tief im Inneren Germaniens war im 3. Jahrhundert nicht zu rechnen.
Teilweise ermöglicht die gute Erhaltung der Funde sogar, im weitläufigen Gelände bestimmte Details des Kampfgeschehens wie etwa den Einschlag gezielter Pfeilsalven, Standorte der Katapultgeschütze oder einzelne Infanterieangriffe nachzuvollziehen. Zahlreiche Funde von Schuhnägeln geben Hinweise auf die Marschrichtungen der römischen Soldaten.
Info Mittwoch, 21. April, 20 Uhr RömerMuseum. Der Eintritt ist frei.
www.apx.de, www.navx-xanten.de
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