Xanten: Ruhiger ArtOrt-Start
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 12.01.2009Xanten (RPO). Seit Samstag zeigen Xantener Geschäfte Kunst in vielen Variationen. Zum Start präsentierten sich viele der Künstler persönlich. Ein großes Publikum zog die Aktion der IGX wohl auch wegen des frostigen Wetters nicht an.
Bis zum 14. Februar
„Art Ort Xanten“ ist eine Aktion der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Xanten (IGX).
Bis Samstag, 14. Februar, sind die Kunstwerke zu den normalen Öffnungszeiten der einzelnen Geschäfte und Cafés in Xanten zu besichtigen. 38 Künstler zeigen ihre Werke in 34 Ladenlokalen.
Beim Einkaufsbummel Kunst genießen? In der Xantener Innenstadt ist in diesen Tagen Kreatives in den Schaufenstern zu entdecken. Gemälde, Skulpturen und Fotografien laden dazu ein, einen längeren Blick in die Auslage zu riskieren. Über dreißig Ladenlokale und Cafés vom Klever Tor bis zur Marsstraße nehmen an der Aktion „ArtOrt Xanten“ teil.
Ein Besuch am Eröffnungstag lohnte sich für Kunstfreunde ganz besonders, denn die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler aus Xanten und Umgebung waren in den Ladenlokalen präsent und berichteten von ihrer Arbeit. „Ich stelle schon seit 2003 aus, aber in Geschäftsräumen ist es das erste Mal“, erzählte Martina Gabriel. Bei „Brillen Bentele“ zeigte die Künstlerin und Kunsttherapeutin Gemälde mit pflanzlichen Motiven.
Auch mit Fundstücken wie z. B. Holz, das sie in ihre Bilder einfügt, arbeitet die Xantenerin gerne. Zur Ausstellungseröffnung hatte Gabriel ihre Malutensilien mitgebracht und ließ vor Ort mit Ölkreiden ein Bild entstehen. „Für die Leute ist es schöner, wenn sie etwas sehen und erleben können“, so die Malerin.
Kupfermännchen im Schuhladen
Für Hans-Dieter Godolt ist es die erste Ausstellung überhaupt. Eher zufällig hatte der Menzelener von der Aktion „ArtOrt Xanten“ erfahren und sich spontan zur Teilnahme entschlossen. Bei „Rappold Schuhe“ tummelten sich allerhand Figuren, die Godolt aus Kupferblech gelötet hat. „So ein Farbenspiel gibt es nur beim Kupfer“, sagte der Künstler, der sein kreatives Hobby erst vor einem guten halben Jahr entdeckte. Seitdem ist er mit Begeisterung dabei und experimentiert gerne mit neuen Formen und Motiven. Die lustigen Männchen, keck „behütet“ oder als bewaffnete Krieger, Eulen und anderen Tiere machten sich gut im Schaufenster des Schuhgeschäftes. Ein großes Publikum zogen sie bei eisigen Außentemperaturen jedoch nicht an. „Die meisten Leute huschen nur so durch. Im Sommer wäre die Aktion ideal“, meinte Verkäuferin Marlies Meier.
Sehr gut im Wintergrau machen sich dagegen die knallbunten Gemälde von Burkhard Frieling im Schmuck- und Uhrengeschäft Carl Hammans. Applikationen aus reflektierender Folie lassen Bilddetails funkeln wie die edlen Metalle und Steine in den Vitrinen. „Das ergänzt sich toll und passt gut in die kalte Jahreszeit“, fand Geschäftsinhaber Jochen Thielmann.
Doris ten Haaf vom Geschäft „Wohnaccessoires“ am Klever Tor räumte für „ihre“ Künstlerin Marlies Heuse sogar ihr „Domzimmer“, benannt nach dem Fensterausblick, und ließ es sich kunstvoll mit abstrakten Fotografien und Stoffdraperien neu einrichten. Glasflaschen im Sonnenlicht haben Heuse zur „roten Reihe“ inspiriert. „Es ist ein ganz wunderbares Rot, das jedes Alter anspricht“, so Doris ten Haaf.
Ein Experiment
Die Kunstaktion ist für die Geschäftsfrau ein Experiment. „Ich wollte mal testen, ob die Kunden sich trauen, durch diese Tür zu gehen. Eine gewisse Schwellenangst ist ja immer da“, meinte Doris ten Haaf.
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