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Xanten: Rummel um die Kirmes

VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 10.12.2008

Xanten (RPO). Die Diskussion über die Umgestaltung des Marktplatzes zieht eine weitere Debatte nach sich: Anwohner fühlen sich durch Lärm geplagt und schlagen einen Umzug der Kirmes zum Ostwall vor. Stadt und Schausteller winken ab.

Kirmes im Schatten des Doms: Für die einen ein Riesenspaß, für andere eine Herausforderung für die Nerven.  Foto: RPO
Kirmes im Schatten des Doms: Für die einen ein Riesenspaß, für andere eine Herausforderung für die Nerven. Foto: RPO

Die Düsseldorfer Kirmes findet in den Rheinwiesen statt, München feiert auf der Theresienwiese. Und Xanten? Eine Festwiese am Ostwall: Davon träumt so mancher in Xanten. Dann, so die Idee, könnte man dorthin die Kirmes verlegen und schöner, größer und vor allem anwohnerverträglicher gestalten. So ging es bei der Bürgerversammlung im Rathaus in der vergangenen Woche zwischenzeitlich gar nicht mehr ums eigentliche Thema – die Marktumgestaltung – sondern nur noch um die Kirmes. Xantener, die am Markt wohnen, haben die Faxen dicke. Das Maß sei voll, hieß es, im Sommer jage eine Veranstaltung die andere. Die geplante Bühne auf dem Markt bedeute weitere Lärmbelästigung. Eine Verlegung der Kirmes könnte zumindest etwas Entspannung bringen.

Info

Gedanken machen

Heinrich Gundlach (CDU) warnte gestern davor, „für ein paar Tage Kirmes im Jahr“ die Anlage am Ostwall „kaputt zu machen“. Wer zum Markt ziehe, müsse sich darüber im Klaren sein, dass es dort Veranstaltungen gibt.

Auch Jürgen Kappel (SPD) hält wenig von einer Umgestaltung des Ostwalls. „Wir sollten allerdings darüber nachdenken, wie die Kirmes so gestaltet werden kann, dass sie den Voraussetzungen und Bürgerwünschen gerecht wird“, sagte er gestern.

Beschallung

Einer der Geplagten ist Hartmut Gerth. Seit 1983 wohnt er in unmittelbarer Marktnähe. „Der Lärmpegel hat sich ständig gesteigert“, sagt der 71-Jährige. Bei der Kirmes werde es aufgrund der heute üblichen Lautsprecher-Beschallung schier unerträglich. Gerth flüchtet deshalb während der Kirmestage in der Regel aus der Stadt. Eine Verlegung des Rummels würde ihm den Zwangsurlaub und anderen Anwohnern viel Ärger ersparen.

Herbert Dissen (FBI) begrüßt die Idee, sich im Zuge der Abbindung der alten B57 Gedanken über die Schaffung einer neuen Veranstaltungsfläche am Ostwall zu machen. Zumindest die Möglichkeit sollte geprüft werden. „Dort haben ja bereits große Veranstaltungen, wie Schützenfeste stattgefunden.“ Es gehe nicht nur darum, die Nerven der Marktanwohner zu schonen, sondern auch das Pflaster des demnächst für viel Geld umgestalteten Marktplatzes. „Genauso wie bisher werden sich Schäden nicht vermeiden lassen“, ist Dissen überzeugt. Auch wenn die Versicherungen der Schausteller einspringen, gebe es doch immer wieder Zwist und Arbeit. Und: „Am Ostwall könnten die Schäden leichter ausgebessert werden“, sagt Dissen.

Weicher Untergrund

Bürgermeister Christian Strunk hat allerdings bereits darauf hingewiesen, dass es viel Geld kosten würde, den recht weichen Untergrund am Ostwall so herzurichten, dass er für die schweren Kirmeswagen und die Fahrgeschäfte geeignet wäre – Strunk sprach von einer sechsstelligen Euro-Summe. Zudem mache gerade die unmittelbare Nachbarschaft zur Xantener Geschäftswelt den Reiz der Kirmes aus. Auch Schausteller-Chef Heinrich Janßen hält einen Umzug zum Ostwall für unrealistisch. Verlegungen von Kirmessen aus dem Zentrum an die Peripherie in Goch und anderen Städten seien erfolglos geblieben. Janssens langjähriger Vorgänger Erich Driesen sieht allerdings Vorteile einer Kirmes am Ostwall; so hätten die Schausteller dort mehr Platz und könnten in aller Ruhe auf- und abbauen. „Aus heutiger Sicht würde ich den Ostwall der Innenstadt vorziehen“, sagt Driesen. Er hat sich aus Altersgründen aus dem Kirmesgeschäft bereits zurück gezogen.

Quelle: RP

 
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