Xanten: "Sante helau" im Schützenhaus
VON MARIUS GERADS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Xanten (RPO). Der Xantener Carnevalverein feierte mit vielen Gästen eine beschwingte Büttensitzung. Die jecken Gäste ließen sich von Tänzen und Stimmungsliedern mitreißen. Büttenrednerin Ingrid Kühne sorgte erneut für Glanzpunkte.
"Ein dreifaches, Sante – helau; St. Viktor – helau; XCV – helau." So tönte es am Samstagabend bei der Büttensitzung des Xantener Carnevalvereins (XCV) nicht nur einmal aus dem Schützenhaus auf dem Fürstenberg. Es ging wieder bunt und ausgelassen zu , als die Xantener Karnevalisten die fünfte Jahreszeit feierten. Nachdem der Bundesspielmannzug St. Viktor Xanten die Anwesenden eingestimmt hatte und der Elferrat eingezogen war, begrüßte Präsident und Sitzungspräsident Rainer Groß die Närrinnen und Narren, bedauerte allerdings auch, dass nun, wo alle Wahlen vorbei sind, die Politikerbeteiligung sehr gering sei.
Prinzenbesuch
Die Gäste von außerhalb, das Weseler Prinzenpaar Jens I. und Manuela I. samt Gefolge, empfingen die Xantener Jecken gebührend. Jens I. war allerdings nicht zum ersten Mal als Prinz in Xanten. Wie Groß erklärte, hatte er die Domstadt bereits 1995 als erster Kinderprinz besucht. Der Xantener Kinderprinz Sven I. mit seiner Prinzessin Alina I. und stellten sich ebenfalls der Karnevalsgesellschaft vor.
Der Nachwuchs fehlt
Rainer Groß freute sich über den gut gefüllten Saal, auch wenn es manchmal etwas schwierig sei, Laien auf der Bühne und Partywillige im Publikum unter einen Hut zu bekommen.
In letzter Zeit fehle dem Verein etwas der Nachwuchs, was der Präsident nicht zuletzt darauf zurückführt, dass der Karneval bei vielen Jugendlichen nur noch für Alkohol-Exzesse stehe.
"Karneval bedeutet für mich, anderen Leuten eine Freude zu machen und über die Generationen hinweg schön zu feiern", sagte Groß.
Karin Raimoni kam samt Fanclub aus Kevelaer angereist und heizte dem gut besuchten Schützenhaus mit Stimmungsliedern wie "Ein Stern, der deinen Namen trägt" ein. Einen der größten Lacher des Abends bot das Appeldorner Männerballett, welches durch seine knappen Cheerleader-Kostüme nicht weniger überzeugte als durch seine choreografischen Talente. In einer zweiten Darbietung sang das Männerballett playback verschiedene Karnevalslieder in einer Opernversion – was ebenfalls Lacher garantierte.
Die Tanzgarde des XCV sorgte durch ihre Auftritte für Abwechslung zwischen den Reden von Tülle Tack, der aus seinem Alltag als Busfahrer erzählte, oder Reiner Schmitz, der sich über Missstände im Elferrat beklagte, oder wenn Tanja und Irina über ihre Männer herzogen. Bombenstimmung kam auf, als der Fanfarenzug Grün-Weiß die Bühne betrat und beschwingende Karnevalsklassiker spielte.
Der Höhepunkt war wieder einmal die Büttenrede der Lüttingerin Ingrid Kühne. Als versierte Büttenrednerin nahm sie fast alle aufs Korn: vom Elferrat, über ihren Ehemann, bis hin zum (nicht anwesenden) Bürgermeister Christian Strunk, den sie zu einem geistigen Duell herausfordern wollte, auch wenn Strunk in der Regel unbewaffnet sei. Zwischenrufer bekamen ebenfalls ihr fett weg – selbst ihre Mutter, die am Samstag das erste Mal dabei war. Aber auch sich selbst nahm Ingrid Kühne, Mutter des diesjährigen Kinderprinzen, auf die Schüppe.
"Karneval bedeutet für mich alles. Es ist die Zeit, in der ich für den Rest des Jahres Kraft tanken kann", erklärte die Büttenrednerin, die mit 13 Jahren das erste Mal auf der Bühne stand.
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