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Xanten: Schätze aus Kindertagen

VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 07.08.2007

Xanten (RPO). Das neue Regionalmuseum in Xanten soll auch für Kinder attraktiv werden – schließlich stellen sie die Hälfte der jährlich 360 000 Besucher. Es gibt Gladiatorenhelme als Hörstationen und Vitrinen mit geborgten Besonderheiten.

APX-Praktikantin Sarah Kraschewski würde ihren alten Teddy als Museumsschatz zur Verfügung stellen. Die 19-Jährige zeigt auch einen Gladiatorenhelm, der im neuen Regionalmuseum als Hörstation dienen wird.   Foto: RPO
APX-Praktikantin Sarah Kraschewski würde ihren alten Teddy als Museumsschatz zur Verfügung stellen. Die 19-Jährige zeigt auch einen Gladiatorenhelm, der im neuen Regionalmuseum als Hörstation dienen wird. Foto: RPO

Etwa die Hälfte der 360 000 Besucher, die jedes Jahr ins Regionalmuseum strömen, sind Kinder. Die jüngsten im Kindergartenalter, die meisten allerdings zwischen acht und zwölf Jahren alt. „Wir planen zwar kein Kindermuseum, aber im neuen Museum wollen wir durchaus einen Schwerpunkt bei dieser Gruppe legen“, sagt Museumspädagogin Marianne Hilke.

Karikaturen und Hörstationen

Diese Konzeption setzt schon bei der Beschriftung der Exponate an. Da soll künftig sehr vereinfachend gearbeitet werden. Manches aus der Römerzeit wird sich aus Karikaturen erschließen. „Ein Künstler hat unsere Vorstellungen umgesetzt“, so Hilke. Vor allem sollen die jungen Besucher die Dinge aber anfassen können. So werden zwei Nachbildungen schwerer, aus verzinnter Bronze gefertigter Gladiatoren-Helme aus dem ersten Jahrhundert zu Hörstationen umfunktioniert. Wer sie aufsetzt, hört über Kopfhörer Erklärungen zur Ausstellung. Zudem wird es einen römischen Sattel aus Leder geben, den Kinder für eine Verschnaufpause nutzen können. „Die Angebote für die Kleinen“, so Hilke, „sollen möglichst beiläufig auftauchen.“

Info

Bis Ende August

Bis Ende August kann man sich mit seinem Schatz bewerben.

Nicht nur Kinder, auch Erwachsene können mitmachen, allerdings muss der Schatz aus Kindertagen stammen.

Ein Foto und eine kurze Beschreibung sollte an den Archäologischen Park Xanten, Trajanstraße 4, 46509 Xanten, E-Mail apx@lvr.de geschickt werden.

Wie bei einer Stadtrallye werden Jungen und Mädchen das voraussichtlich ab Mai 2008 geöffnete Museum erkunden können. An zehn Prägestationen können sie sich eine Motivmarke in ein Heftchen drucken lassen. Wer am Ende alles richtig eingetragen hat, dem wird in einem Pass bescheinigt, „Römer“ oder „Germane“ zu sein.

Platz in zwei Vitrinen

Bereits jetzt sollen nicht nur Kinder für ein anderes Projekt begeistert werden. Das neue Regionalmuseum soll auch zwei Schätze aus Kindertagen beherbergen. Hilke: „In zwei Vitrinen sollen persönliche Schätze aus Kindertagen aufbewahrt werden.“ Diese Schätze will das Museum ankaufen oder für zehn Jahre als Dauerleihgabe nehmen. Der Gegenwert: lebenslang freier Eintritt ins Museum.

So wie Römer einst ihre Schätze vergraben haben, wenn Feinde das Land überzogen, so sollen die heutigen Menschen zeigen, was ihre Besonderheiten sind. Das können der Teddy von früher ebenso sein wie ein besonderes Taschenmesser, eine Haarspange oder – wie im Fall der kleinen Helena – eine Libelle. Es reicht aus, wenn diese Schätze einen ideellen Wert haben – sie müssen nicht materiell wertvoll sein wie der Fund, den Hermann Hinz 1964 auf Insula 20 (heute Siegfriedstraße in Xanten) gehoben hat. Er sicherte der Nachwelt damals 15 Objekte und 391 Silbermünzen. Der reine Materialwert nach heutigen Maßstäben: 455 Euro. Tatsächlich aber unbezahlbar. „Amerikanische Millionäre würden dafür problemlos ein paar hunderttausend Dollar zahlen“, so APX-Pressesprecher Ingo Martell.

Quelle: RP

 
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